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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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die der Feind deshalb schon in beträchtlicher Entfernung vom Glacis bedecken mufs;vorzüglich aber sind die Artilleristen auf den Breschbatterieen vom Kopf bis zum Fufsgesehen, welches die Bedienung des Geschützes unmöglich machen 'mufs, wenn über-haupt die Batterie A Tab. III., unter dem Feuer der Kasematten auf der angegriffenenFace, der gegenüber liegenden Flanke, der Courtine und des Ravdlins, zu Stande kom-men kann, da sie von mehr als dreifsig Kanonen und 150 Wallrnuskefen beschossenwird. Wer auch nur einige geringe Kenntnifs vom Belagerungskriege hat, mufs ein-sehen, dafs mit solchen Hülfsmitteln selbst die schwächste Besatzung den gröfstenWiderstand thun kann. Da man nun genau die schlechtesten Festungen so verstärkenkann, läfst sich auch der wesentliche Vortheil dieser Vorschläge nicht verkennen. Nurwer mit einem Federstrich die stärksten Festungswerke vernichtet, kann behaupten, dafsdie Thürme augenblicklich durch das feindliche Geschütz hinweg geräumt werden. Esist nicht zu läugnen, dafs sie dem letzteren, durch ihr Ueberhöhen des sie einschliefsen-den Erdwalles, blosgestellt sind. Da ich jedoch diese Erhöhung mit Vorbedacht ange-geben, habe ich auch jenen Einwurf vorher gesehen, aber nicht beachtet: einmal weilich der Feder jener Herren dieselbe vernichtende Wirkung zutraue, und dann, weilein solcher Thurm nur durch eine grofse Anzahl schwerer Kanonen niedergeschossenwerden kann, die eine beträchtliche Zeit, und auf die gewöhnliche Weite der Bresch-batterieen gegen ihn aufgestellt, sind. Wie mancher Kugel aber wird es nicht bedür-fen, um die Pfeiler bis in die Mitte des Thurmes zu zerstören, und die auf ihnenruhenden Gewölbe herabzustürzen. Dies ist unmöglich, wenn man die Batterie aufserdem Flintenschufs, d. h. auf 600 Schritt Entfernung legen will. Selbst wenn es ge-schähe, 'bliebe dennoch der untere, durch das Glacis gedeckte Theil unberührt. DieBesatzung findet in den obern Böden Holz genug, um den untern Theil gegen dieBombenwürfe zu sichern, wozu auch die von oben herabfallenden Trümmer das ihrebeitragen würden. Immer würde die Anlegung einer Breschbatterie auf der letztenEinfassung eine unerläfsliche Bedingung bleiben, um den Fufs des Thurmes beschiefsen •zu können. Dazu bedarf es weitläufiger Vorkehrungen, vieler Zeit und vieler Muni-tion! Eine gewöhnliche Festung mit Bollwerken und Rävelinen ist nicht des Viertheils-dieses Widerstandes fähig. Sie mufs sich ergeben, sobald eine BolIwerksfa$e geöffnetist. Hier kann die Hälfte des Thurmes eingestürzt seyn, ohne dafs die Besatzungetwas zu fürchten hat. Man mufs die vordere Vertheidigungsmauer öffnen, mufs meh-rere Gewölbe zerstören, ehe man den Thurm unmittelbar angreifen kann. WelcheMühe für den Belagerer, und welche reiche Hülfsquellen für den Belagerten! Bei ge-ringen Baukosten bedarf der Thurm nur einer schwachen Besatzung. Dies ist wohlalles, was sich billigerweise verlangen läfst!