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Es schien mir demnächst, als müsse der Stärkere unter allen Umständen demSchwächeren überlegen seyn. Ich meinte: man dürfe, ohne jemand zu beleidigen, demBelagerten die Mittel verschaffen, den Belagerungsbatterien eine Ueberlegenheit von15 bis 25 Geschütze gegen Eins, entgegen zu setzen. Ich zweifelte nicht: man werdedie Sicherheit dieser Mittel einsehen, und es mir Dank wissen. Doch nein! man gibtsie geradezu für unzureichend aus. „Die Geheimnisse der Kunst, in denen ich nicht„eingeweiht bin, lehren: dafs 12 Kanonen des Belagerers, in einer offenen Batterie auf„der Couvreface meiner Befestigungsart, 236 bedeckte Geschütze derselben zum„Schweigen bringen, und die Gewölbe zerstören werden, worin sie stehen. So, dafs„die stürmenden Kolonnen mit der gröfsten Leichtigkeit über die Trümmerhaufen bis„mitten in die Stadt dringen.“ Meine Einfälle sind nichts als Luftgebilde! MeineGegner würden sich nicht die Mühe nehmen, ein Wort darüber zu verlieren, wenn sieihnen nicht dennoch einigen Einflufs zugestehen müfsten. Vermittelsteines Verglei-chungsinafsstabes können die französischen Ingenieure den innern Werth alles des-sen, was in der Befestigungskunst bis hierher gethan worden ist und noch künftighingeschehen wird, fast auf ein Haar bestimmen. Beruhete dieser Maasstab auf richtigenGrundsätzen, würde er unbezweifelt von grofsem Nutzen seyn; im entgegengesetztenFalle aber mufs er nothwendig zu falschen Schlüssen verleiten, die um so nachtheiligersind, als sie eine schwächere Fronte einer weit stärkeren vorziehen lassen.
Die Theorie dieser Vergleichung nimmt eine gewisse Anzahl Nächte, nach Eröff«nung der Laufgräben, vor irgend einer Festung an, und nennt sie das eigentüm-liche Widerst andsvermögen. Sie soll von dem Marschall Vauban selbst her-rühren; man höre aber, was Er selbst bei Gelegenheit der Ausrüstung der Festun-gen über diesen Gegenstand sagt: (Traite de la defense des places 8- 17 ^ 9 * S. 51.)
„Ehe man die für eine Festung nöthigen Vorräthe, und die Stärke ihrer Besatzung.,festsetzt, mufs man vorher die Dauer der Belagerung schätzen, welche sie auszuhalten„imStande ist. Wir wollen hier eine Anleitung dazu geben, die man jedoch„keinesweges als eine unveränderliche Richtschnur ansehen darf: weil„alle Festungen unter einander verschieden sind, und man daher diearöfsere oder kleinere Geschützmenge berücksichtigen mufs, welche„sie dem Feinde entgegensetzen kann, so wie den mehr oder weniger„leichten Zugang zu ihr. Man mufs nächstdem immer zweierlei voraussetzen;„einmal, dafs die Besatzung ihre möglichste Schuldigkeit tliun' wmf, und dann zweitens,„dafs der Feind auf dem stärksten Punkte angreiit, wie es wirklich sehr oft geschieket.„In diesem Falle darf der Commandant nicht gezwungen seyn, die Festung aus Man-,.gel an Vertheidigungsmitteln zu übergeben, wenn er nur sonst ein tapfrer und ein-sichtsvoller Mann ist.“