„ist es er.wies^n, dafs in diesem Fort die möglichen Aufstellungen für Geschütz gegen„die Laufgräben sehr beschränkt sind, und weniger vortheilhaft liegen als bei den Boll-„werken, und dafs die Anlegung der Angrillsbatterien auf dem Mantel gar keine„Schwierigkeit hat.“ * *)
Es wird den französischen Ingenieuren schwer seyn, diese Behauptungen zu er-weisen. Sie sind gröfstenthe-ils schon im Vorhergehenden widerlegt, und* es bleibt einunumstöfsücher Grundsatz, dafs die todte Masse gewöhnlicher Wälle nur so lange Ver-teidigung gewähret, als ihr unbedecktes Geschütz brauchbar bleibet, und als der Feindnoch nicht bis an den Fufs der Futtermauern gelanget ist. Hat er hier einmal dieBreschbatterie vollendet, kann eine noch gröfsere Stärke der Futtermauern die Ueber-gabe höchstens um einige Tage verzögern. Sie wird eben so gut, als eine schwächere,in den Graben gestürzt. Das Flankengeschütz, würde es auch nicht durch die Schleu-derschüsse und Bomben zertrümmert, siebet blos den Graben, und kann nur auf diestürmende Kolonne schiefsen, wenn sie über denselben gebet. Da dies immer vorAnbruch des Tages geschiehet, kann der Verlust nie bedeutend seyn, und die Kolonneerreicht dennoch das Innere, des Bollwerkes. Der Verlust der Festung ist demnachunvermeidlich, sobald die Breschbatterie vollendet ist, und es giebt nur jEän Mitteldagegen: man mufs den Futtermauern eine angemessene Einrichtung geben, um dasGeschütz selbst mit Vortheil auf den Punkten anzugreifen, wo es den unvermeidlichenUntergang der Festung bereitet So lange die Herren Ingenieure ihren 'Wällen
nicht diesen Vortheil verschaffen, dürfen sie sich nicht mit den Alten vergleichen,deren Mauern im Stande waren, die Wandelthürme zu vernichten. Man kann sienur für Maurer halten, die blos die Kelle, nicht aber den Zirkel zu gebrauchen ver-stehen, Es ist traurig, abdr wahr! Untersuchet man die Bildung der Zöglinge von Me-zieres, und ihre Verrichtungen in den Festungen, wo sie angestellet sind, so findet man,dafs jeder Maurer dazu geschickt ist. Wenigstens ist nicht zu läugnen, dafs ein mit-telmäfsiger Baumeister,in Hinsicht des Baues und der Unterhaltung der Festungen sehrgut den besten Ingenieur ersetzen kann. Ja, der Erbauer des Louvre oder der St.Genoveven-Kirclie ist wohl keinem unsrer neueren Ingenieure zu vergleichen, diesich darauf beschränken, ihre ungeheuren Mauern aufzufüliren. Diese sind nur knech-tische Nachahmer: denn sie wollen Nichts Neues erfinden, sie wollen nicht einmal
•) Die Leser werden den Werth:dieser .von den französischen Ingenieuren gegen das rech twink-liclte Zangen werfc gemachte Einwiirfu leicht selbst windigen. Man siebet, dafs Beide, derMarqui* so wie seine Gegner,.iit ihren Behauptungen oft tut weit gehen.
Anm. d. liebere.
*) Dieses Mittel bestehet in zweckrnäfsig geordneten Kasematten, und ist im Ersten Th eile Kap,VJ, yill, XI und XII hinreichend auseinander gesetzt.
Anm. d. Verf.