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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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schon oben bemerkt, dafs der Boden, von der Spitze C'ailloux bis an die KöniglicheMühle,, ein Torfmoor ist,, auf den'man vier Fünftheile dieser Fronte gründen, müfste."Wichtiger noch ist der Umstand, dafs die blofse unbestrichne Brustwehr, welche denFlecken zu beiden Seiten gegen die See verschliefst, und keinen Graben hat, überstie-gen werden kann; der Feind kommt dadurch in den inneren Raum, und die Bollwerkewerden unnütz- Diese. Befestigungsart ist folglich, nur bei völliger Umsclilicfsung desOrtes anwendbar..

Meine. Einschliefsung- mit flankirenden Thürmen, fig. 3 und 5,. hat diesen Nachtheilnicht. Der Thurm bei der Königl. Mühle und das Vertheidlgungsgewölbt in seinemeingehenden Winkel haben einen guten festen Grund. Nur der zweite Thurm auf.der Spitze, aux. Gailloux müfste einen Pfahlrost bekommen; da er jedoch kleiner undniedriger ist als jener,, würden die Baukosten nur wenig höher steigen. Der Wallmit der Faussebray zwischen beiden Thürmen,, darf blos von Erde seyn. Um ihn zuerobern, mufs man unter dem Feuer der Kasematte über den Graben gehn, und istnun in der Fausstbray auf dieselbe Art bestrichen.. J'a r hätte man auch die letzteBrustwehr überstiegen: kommt man in das kreuzende. Feuer der beiden Forts, wo man.nicht verweilen kann- Es ist dies ein eigenthüralicher Vorzug dieser Befestigungsart,,dafs man sich nach. Uebersteigung der Brustwehr am Strande nicht in. einem Raumefestsetzen kann, weil man überall von den Forts und. Thürmen bestrichen ist..

Fig. 5 ist ein steinernes Fort, für diesen Punkt bestimmt,, wo. die Stadt durcheinen gleichmäfsigen Wall,, von Thürmen bestrichen, umschlossen ist. Diese Befesti-gungsart ist weit vortheilhafter, als zwei Fronten mit Bollwerken: weil sie kaum -einViertheil so. viel kostet, nur 300 bis 400 Mann Besatzung, erfordert, anstatt der nach'Vaubans Bestimmungen erforderlichen 1600 bis IgOO Mann, und weil es hier nichthinreichend ist, sich auf ciem Walle festgesetzt zu haben, da man nothwendig auch die.beiden Forts erobern mufs-

Das Sechseck, Fig. 6,, hat seinen Mittelpunkt in B, und scheint dadurch einevorfheilhaitere Faga zu haben, als fig- 1; denn es vertheidiget die Rheede so gut,, alsmöglich,, umschliefst die Stadt, und liegt gröfstentheils auf festem Boden., Bei demEntwürfe, dieses Sechseckes hatte ich die. Absicht, die vortheilhafteste Anwendung derBollwerke zu zeigen.. Immer wird diese Art sehr hoch- zu stehen kommen, weil dievon dem Meere bespühhe Seite der Festung nothwendig mit einem abgestumpftenGlacis umgeben werden mufs.. Ein solcher Bau ist aber äufserst kostbar,, ohne dieVertheidigung im geringsten zu- fördern,.

In fig. 7 tritt ein blofser Kreis an die Stelle, aller Bollwerke, der durch die Sehneeines Winkels von 120 0 geschlossen wird. Wozu sollen auch vorspringende Winkelihre Spitzen dem Meere; entgegenstrecken? Kann wohl gegen eine solche Umfassung.