anhaltende Dürre sehr niedrigen Rhein, fand bei Tolhuys statt, weil die Holländer zuunentschlossen waren sich ihnen mit Kraft zu widersetzen. Der König eines Theils,und Turenne auf der andern Seite, bemächtigten sich nach und nach aller Festungenohne Widerstand, während die Heere des Kurfürsten von Kölln und des Bischoffsvon Münster unter dem Herzog von iLuxemburg gleiche Fortschritte machten, undDeventer und Zwoll eroberten.
Durch diese schnellen Eroberungen beunruhiget, baten die Generalstaaten umFrieden. Allein ihre Abgeordneten wurden von Louvois mit Stolz und Gleichgül-tigkeit empfangen, und ihnen zwölf so harte Artikel vorgeleget, dafs die Energie derNation erwachte, und mit Ernennung des Prinzen von Oranien zum Statthalter undGeneral-Gapitain die Fortsetzung des Krieges beschlofs, nachdem sie die beiden un-glücklichen Brüder de Witt — vielleicht unschuldig — ihrem Hafs gegen Frankreichaufgeopfert hatte. Wahrend aber Louvois auf diese Weise die Fortdauer des Krie-ges herbeiführte, hatte er nicht die nötliigen Hülfsrnittel dazu vorbereitet. Anstattfür Besatzungen der eroberten Festungen zu sorgen, mufsten sie von der siegendenArmee zurückgelassen werden, und diese war gerade in dem Augenblicke geschwächt,wo sie am stärksten seyn sollte. Der Rath des Hrn. vor. Pomponne die erobertenFestungen zu schleifen, war nicht ausführbar. Wie hätte man in einer so weiten Ent-fernung von den Grenzen ohne feste Punkte bestehen, wie die Verbindung mit jenenunterhalten können? Nur durch feste Niederlassungen ist man wirklichM eister eines Landes, Die Tartaren haben Asien nach allen Richtungen durch-zogen, ohne es je wirklich besessen zu haben. Der Grundfehler des Unternehmenslag in den unzureichenden Hülfsmitteln des Königs, und nur die grofsen Geistesgabenseiner Feldherren vermochten seinen Ruhm aufrecht zu erhaben.
Der Prinz von Nassau hatte die Schleufsen bei Muydeu ziehen und das Landunter Wasser setzen lassen, um Amsterdam zu retten, weil die Franzosen Neerden,drei Stunden davon, weggenommen hatten. Man hatte dies nicht vorausgesehen, hatteüberhaupt die ferneren nun nöthig werdenden Operationen nicht entworfen. Anstattauf die wenigen dem Prinzen von Oranien noch übrigen Truppen loszugehen undsie zu zerstreuen, blieb inan unthätig stoben. Da nun jetzt clie Nachricht einging, dafsder Kurfürst von Brandenburg mit einem Corps Oesterreicher unter Montecueuliden Holländern zu Hülfe komme, wodurch die Operationen schwieriger wurden, giengder König nach Frankreich zurück, nachdem er dem Vikomte von Turenne den Ober-befebl übertragen und den Herzog von Luxemburg unter ihn gestellt hatte.
Der letztere behielt nur ein schwaches Corps unter sich, weil Turenne gegendie Deutschen über den Rhein zurück gieng; dennoch hinderte er alle Angriffs.Ent-würfe des Statthalters, und behauptete stets eine Ueberlegenheit über diesen Prinzen.