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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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71
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Brustwehr zu stellendas sich dann alle Mühe geben würde,' die heranklimmendenFeinde wieder zurücfczustofsen. Ordnet man. demnächst die Infanterie in Centimennach meiner Art 30 Schritt hinter der Versehanzung, fühlet diese dafs sie den ein-gedrungenen, Feind angreifen soll. Sie wird daher nicht erstaunen wenn dies ge.schiehet, vielmehr wird sie ihn mit Nachdruck angreifen,

Könnte man zugleich durch einige zweckraäfsig angebrachte Ausgänge in demAugenblicke, wo die feindliche Kolonne am Rande des Grabens anlangte, ihr einpaar Haufen in die Flanken schicken, würde sie ohnfehlbar dadurch aufgehalten wer-den. Sie würde vielleicht, anstatt weiter vorwärts zu dringen, die Flucht ergrei-fen.

So weit der Marschal von Sachsen 1 . Seine Anordnung Ist unbezweifelt besser al*die gewöhnliche: sie hilft jedoch keinesweges der Schwäche zusammenhängender Li-nien ab. So keck auch die in Schlachtordnung 30 -Schritt hinter der Versehanzung ste-henden Truppen den Feind'angreifen mögen, der die Brustwehr erstiegen hat: werdensie doch durch das Gewicht seiner tiefen Kolonne augenblicklich erdrückt. Selbst einenunbewaffneten Volkshaufen, der sich aus bloßer Neugier herzudrängt, wird man durclj.einige Flintenschüsse und Bajonetstiche nicht zurückhalten. Die welche dies unterneh-men werden überrennt, und unter die Füfse getreten. Die Anordnung des Marsehalsvor! Sachsen erscheinet demnach als unzureichend, ist auch nur auf nicht allzugroßeVerschanzungen anwendbar. Bei weit ausgedehnten Linien würde nothwendig dergröfsere Theil derselben unbesetzt bleiben müssen. Hierin aber liegt eben die grofseSchwäche zusammenhängender Linien; das einzige Mittel dagegen istr ihnen eine an-dere Form zu- geben, durch welche die oben für die Feld verschon Zungen aufgestell-ten Grundsätze ausgeübt werden.

Ich habe für diesen Zweck eine Art sehr starker Redute« erfunden, die ich F/e-schen-Reduten nennen will.' weil ihr Haupttheil eine Flesche ist, mit einem Deck-werk (Couvreface) vor sich und einer Redute hinter sich. Sie sind nicht bestimmteinzeln zur Versehanzung, irgend eines Postens gebraucht zu werden, sondern sie sol-len besonders zu verschanzten Lägern und zu Circumvallationslinien die- 'nen. In beiden Fällen bieten sie blos die Spitze ihres Deckwerks dar, so daß sie nurauf dieser angegriffen werden können;, die Flesche und die Redute bestreichen daunrechts und links die Linien zu denen sie gehören.

Man siehet aus fig, 16, Tab. XXVII, dafs der vorspringende Winkel des Det;k- JWerkes a durch eine Brustwehr und Graben von den beiden Flanken d und e geschie-den ist. Auf jenem ist der Feind dem Feuer der beiden letztem und der Flesche bausgesetatr. Dringt er in diese, findet er-in der Redute f ein neues Hindern^ das erunmöglich überwinden kann.