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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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81
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den Reduten, und besetzte die letzteren nicht eher, bis sie von Ihren Vertheldiger*.verlassen worden waren. Dies trug sich vor meinen Augen in der Bretagne zu, undverringerte auf keine Weise mein Zutrauen in die Stärke mehrererReduten, nach mei-ner Art verbunden und durch nicht leicht zu dämpfende Feuermassen unterstützt.

Die zu späte Erbauung und unterlassene Vervollkommnung der Reduten ist je-doch nicht der einzige Vorwurf, den man den Vertkeidigern von Belle-Isle ma-chen kann: die Seite der Citadelle, nach dem Hafen zu, war in schlechtem Zustande,während die beiden Fronten auf der Landseite eine dreifache Umfassung hatten, undsich bei angemessenen Profilen gut vertheidigen mufsten. Das Bollwerk am Eingängedes Hafens, du Gouverneur benannt, lag völlig frei, auf einem ganz zugänglichenFelsen, und halte nicht einmal einen Graben, der sich doch vor dem auf der Insel01 er on fand, so schlecht es übrigens war. Hätte man es hier wie ich dort gemacht^und einige sich gut bestreichende Werke längs des Hafens angelegt: wäre diese Seiteohne sehr bedeutende Arbeit eines kräftigen Widerstandes fähig geworden. Zum Un-glück sind die Eälle nur zu häufig, wo die Commandanten die Fehler ihrer Festungnicht bemerken, viel weniger ihnen abhelfen können. Die Ingenieure kennen sie ohneZweifel, und sind mehr als hinreichend unterrichtet, um eine zweckmäfsige Verteidi-gung anzuordnen; sonderbar genug findet sich' dennoch in dem Umfange der Festun-gen nur selten jene gleichförmige Verteilung der Feuer, ohne die aller Aufwand,den man im Umfange der Eestung machet, verloliren ist , weil er kein gröfseres Wi-derstamdsvermögen gewähret. Fast alle Festungen sind in diesem Falle. Immer ha-ben sie schwache Stellen; und verstehet der Commandant bei einer vorfallenden Bela-gerung nicht, ihnen abzuhelfen, wird es ihm bei aller Herzhaftigkeit unmöglich, langenWiderstand zu leisten,

Herr von Raymont, der durch seine Intriguen bis zum Marsclial de Camp un<ICommandanten von Cherbourg gestiegen war, konnte 1757 mit 7 Infanterie- undI Dragoner - Regiment weder eine feindliche Landung hindern, noch hatte er irgendeinige Anstalten zu Verteidigung der Stadt getroffen. Er verliefs sie am folgendenTage, und der Feind bemächtigte sich ihrer, ohne einen Scliufs zu thun. Er zerstöhrtesie, nebst dem Hafen, von Grund aus, und richtete einen Schaden von mehreren Mil-lionen an. So verliehreri unsere meisten Offiziere ihren anvertrauten Posten blos ausMangel an Kenntnissen; sie würden in den, von der Besatzung ausführbaren Arbei-ten unendliche Hüllsmittel finue-, sobald sie nur einige Zeit übrig haben, und sie ge-hörig zu benutzen verstehen.

Um eiuen Begriff von dergleichen Arbeiten zu geben, will ich hier meinen Entwurffür die Stadt St. Martin auf der Insel Re von 1761 geben, der nur solche Werkeenthält, die mit der Schaufel ausführbar sind,

Dritter Baad. L