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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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haben zu jenem Zweck blos die Brustwehr hinter sich, die mir ihnen zugleich ge-stürmt werden kann, und die nur das wirksame Feuer des bedeckten Weges und der,,Raveline hindert.

In Hinsicht der zusammenhängenden Verschanzungen und langen Linien ist esübrigens längst bekannt, djfs sie nur eine geringe Verteidigung gewähren; sie ver-danken aber auch ihre Existenz keinesweges der Absicht .stärkeren Widerstand zuleisten, als vielmehr dem Wunsche, dem Eeinde das Durchgehen einer grofserenStrecke Landes zu verwehren. Man befolgt, gegenwärtig andere Grundsätze bei Ver-theidigung weitläufiger Gegenden, indem man sich in festen Stellungen verschanzt,wo man slhrk genug in der Nähe ist, den Einfall des Feindes zu hindern.

Die neuen Reduten des Herrn Marquis sind in der That nicht zu einer selbststän-digen Verteidigung geeignet. Denn wird die eigentliche Redute erstürmt, sinddie Fiesclie und das Deckwerk ohne weiteren Nutzen. Die erstere ist durch denAbschnitt gegep die Kehle der Flesche sehr geschwächet: abgesehen von dem Zu-gänge, welchen der Zwischenraum der zurückgezogenen Brustwehr und der abgeschnit-tenen Facen darbietet, können auch die beiden Profile des Abschnittes dem Feinde,,das Eindringen erleichtern.

Zu fortlaufenden Verschanzungen bestimmt, haben die Reduten ebenfalls keingröfseres Widerstandsvermögen. Das abgesonderte Deck werk kann in der Kehleangegriffen werden; seine Facen sind von der geraden Verschanzung nur sehr schrägebestrichen, und ihr Feuer wird durch die Traversen verringert, die zugleich die Ver-bindung der Truppen unterbrechen. Ueberhaupt sind Traversen in Erd werken, wel-sche von hinten angegriffen werden können, von keinem Nutzen: noch vielmehr, aber,wenn de~ Angriff wie hier in der Kehle möglich ist.

Sobald der Feind in den dreieckigen Raum gelanget, welchen die Gräben derDelccwerksflanken machen, müssen die Verteidiger das Deckwerk verlassen, wennsie nicht ihren Rückzug durch die Ankunft des Feindes im Graben der Flesche ab-geschnitten sehen wollen. In demselben Augenblicke wo der Feind durch die Zwi-schenräume bei den Reduten in die Linie eindringt, schickt er Truppen in die Kehleder Flesche, um die Besatzung derselben gefangen zu nehmen, wenn sie dem nichtschön durch einen frühzeitigen Rückzug zuvor gekommen ist. Die eigentliche Re-j'jdute kann daher bei ihrer Zugänglichkeit für den Feind nur wenig Widerstand lei-sten: dienet ihm aber zum Stützpunkte gegen den Angriff der Reserven und der hin-ter den VerschanZungen stehenden Truppen.

Die Pallisaden sind den feindlichen Bewegungen im Graben nur ein geringes (P)Hindenufs. Dem Angriffe jeder Verschanzung gehet ein heftiges Beschiefsen mitKanonen vorher, um die Truppen von der Brustwehr zu vertreiben, und'die Pallisä-

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