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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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,jDie JZahr der für die Philippsbprger Linien nötigen Truppen ist zu hoch ange-schlagen. Man stellt <i.ie Truppen in Verschanzungen nur 2 Mann tief, und auf dreiFuG Eine Ro'tte. Dieses giebt.nur 34000 Mann, abgesehen von den unangreifbaren5,Punltr.nj 'die keine!: vollständigen Besatzung bedürfen, und .von den mit Geschützbesetzten Stellen»

Von dem Rhein bis an das verschanzte Dorf Oberhausen bildete' die Linieeinen leicht zu verteidigenden eingehenden Winkel. Die Fronte des Dorfes aber,ijnach dem schmalen Grunde hin, bedurfte mehr eigenthümliche Stärke. 5000 MannInfanterie und 500 Pferde, als Reserve, nebst den zu Besetzung der Brustwehren be-stimmten Truppen und Geschütz, hätten das Dorf mit dem ganzen Stücke bis an denRhein für den Feind völlig unzugänglich gemacht. Von den» Dorfe gegen den rech-nen-Flügel hi© bildeten die Linien wieder einen eingehenden Winkel, dem sich der5,Feind nicht nähern durfte, Wenn er nicht das Feuer von ohngefähr zwölf Frontenmit Bollwerken, auf sich ziehen wollte. Gehörig mit Geschütz und Infanterie besetzt,

was in Hinsicht der Courtinen nicht einmal notig war war dieser Theil un-angreifbar. Der Raum dem Verhau gegenüber war breit, und ward von den aufser-halb auf dem rechten Flügel liegenden Reduten im Rücken beschossen. Hier würdeder Eeind dem Feuer fast aller Fronten ausgesetzt gewesen seyn, und hätte sich nurschwer der Reduten bemächtigen, öder sich-wenigstens nicht in denselben behauptengönnen. Das nun folgend« Stück konnte leichter angegriffen werden, weil seine Feuer-wirkung beschränkter war. Wir wollen daher annehmen, dafs eine Reserve von 5000j,Mann Infanterie hier aufgestellet war, die Detaschementer in den Verhau vorschickenkonnte. Von dem Sumpfe,;an welchem sich der Verhau endiget, bis an, den Rheinwar die Linie durch ihre Lage fest. Die Bollwerke, welche an den Strom stiefsen,zeigten dem Feinde eine furchtbare Fronte, und bildeten mit dem sich an den Sumpflehnenden Theilb einert eingehenden Winkel,-dessen Seiten sich wechselseitig bestri-^chen. Zu. mehrerer. Sicherheit soll hier eine dritte Reserve von 30011 Mann Infante-rie stehen, von 6000 bis 7000 Pferden unterstützt, die in der Niederung am Rheinelagern. Dazu noch 5000 Infanteristen und 2000 Kavalleristen zu den Arbeiten undtäglichen Laufgrabenwachten, wird die nöthige Stärke der Armee boo^o Mann seyn,Die Bfclagerungsarmee im Jahr 1734 war stärker: sie bestand aus tto Bataillonen und140 Eskadronen.

Die Anordnung der Linien vor Philippsburg war im Allgemeinen sehr gut.Der Rhein, an den sie sich zu beiden Seiten lehnte, vertrat die Stelle eines Theifesder Circumvallation, der aller Verteidigung entbehren konnte. Zugleich war derFeind durch den der Ortslage gut angepafsten Umrifs der "V erschanzungen auf we-inige leicht zu verteidigende Angriffspunkte beschränkt. Der Prinz Eugen würde

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