Buch 
Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
Entstehung
Seite
112
JPEG-Download
 

— 112 —

clielle verweigert hat. Bestehet man auf dieser Weigerung: können keine Minenstatt finden.

Auf der Insel Oleron, am 7. Juli 1761.

3. Der Marquis von Montalembert an den Marschal von Senecterre.

Der Herr Herzog von Cholseul schreibt mir unterm 29. vorigen Monates: essey nach allen Nachrichten sicher, dafs die Engländer insbesondere Absichten auf dieInsel Oleron laben, und dafs ich nicht zu viel Fleifs anwenden könne, um die mirnoch übrige Zeit nützlich anzuwenden. Was kann ich aber thun, da ich keines derverlangten Dinge habe, deren ich doch nicht entbehren kann. Es fehlt mir an Materia-lien, an Schanzzeug und an Geld. Wenn der Herr Herzog Ihnen geschrieben hat,ich müsse mich auf das Unentbehrlichste beschränken: mufs man mir wenigstensdieses geben. Giebt es wohl irgend einen Kriegsmann, der das Ho.lz zu Blendun-gen auf die Gewölbe und zu Elängeböden in denselben, .um die Besatzung unterzubringen, für überflüssig hält? Herr von Chaville unterdessen schreibt: man müssedessen entbehren. Wer kann wohl über die in einer Festung unentbehrlichen Dingeurtheilen, als der, dem ihre Vertheidigung übertragen ist, Wenn die Pulvermagazine •nicht geblendet sind; wer stehet dafür: dafs ihr Gewölbe den Bombenschlag aushält?Man hält hier allgemein das grofse Magazin nicht für bombenfest. In diesem Fallekommt es auf nichts geringeres an, als die ganze Citadejle auffiiegen zu sehen. EinGegenstand von der Wichtigkeit scheint mir doch einiger Rücksicht werth zu seyn.Kann ich die Cisterne nicht durch Holzbedeckung sichern, wird auch sehr bald das we-nige Wasser darinn verlohren gehen. Der Herzog von Choiseul versichert mich,Ihnen und dem Herrn von Bariion aufgetragen zu haben: „mir alles zu liefern,„was Sie nur aulbringen könnten: und blos nichts Neues anzukaufen und verfertigen„zu lassen was zu viel Zeit erfordert, und daher nutzlosen Aufwand verursachen„könnte.“ Dies heifst doch wohl nicht, wie mir es scheint: gar nichts erkaufen.Der Minister befiehlt mir: ein verschanztes Lager anzulegen, wo ich es am schicklich-sten finde, und die erforderlichen Arbeiter dazu vom Lande auszuschreiben. Dassind ja 1 wohl neu* Anlagen. Es wird mir allerdings schwer werden sie auszuführen,dä ich weder Faschinen noch Schanzzeug habe. Der Intendant macht mir Hoffnung,\Jafs ich bald die Hälfte des geforderten bekommen soll.' Herr-■ von .Chaville ver-sichert: dafs die Hälfte des ihm anbefohlenen Schanzzeuges gegen den 15- bereit seyn,und wahrscheinlich gegen Ende dieses Monates in meinen Hände seyn sollte. Dassind warlich keine Hulfsmittel für den dringenden Augenblick. Ich habe Befehl gege-ben, Faschinen und Pfahle vom Landd liefern zu lassen; denn ohne Faschinen undScliauzkörbe lassen sich weder Verschanzungen aufwerfen, noch Festungen in Ver-thei-