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Die Organisation und die Leistungen der Feldartillerie : eine Zeitfrage für alle Heere / von einem süddeutschen Artillerie-Offiziere
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Fußartilleristen ein Kampfmittel an die Hand zu geben, umsich in den berührten Fällen anf kurze Dauer dem Feinde ent-gegen werfen und so lange denselben aufhalten zu können, bisentweder den Geschützen die Zeit zum Aufprotzen und Abfah-ren gegönnt ist, oder ihnen andere Hülse und Unterstützungzukommen kann. Andererseits wurde diese Ansicht durch denEinwnrf bekämpft, daß die ohnehin schon vielen Funktionendes Artilleristen dadurch nur unnöthig und zwar aus Kostenihrer eigentlichen Ausbildung noch vermehrt werden würdender Artillerist müsse an seinem Geschütze zusterben wissen!" Diese heroische Phrase beantwortenwir mit der Versicherung, daß der Artillerist gewiß eben soheldenmüthig an seinem Geschütze, wie der Infanterist an sei-ner Fahne zu sterben weiß, aber er will auch eben so wie die-ser nur kämpsend sterben.

Bei Weitem mehr als der fahrende oder reitende Artille-rist bedarf der Fußartillerist im Augenblicke der ihm in derNähe drohenden Gefahr eines ihm zur Erhebung seines mo-ralischen Gefühls, am zweckmäßigsten durch eine Vertrauenerregende Bewaffnung, in die Hand gegebenen Mittels, weiler dessen wohl bewußt ist, daß ihm die Gelegenheit fehlt, sichso schnell wie jene der Gefahr entziehen zu können. Mit weitmehr Ruhe und Entschlossenheit wird er in diesem Selbstver-trauen an seinem Geschütze bis zum letzten Augenblicke aus-harren.

Die schon seit dem vorigen Jahrhundert mit Feuergeweh-ren bewaffneten französischen Artilleristen haben den Beweisgeliefert, daß das von ihnen geführte Kurzgewehr (kUIki'artilleris) ihnen in manchen Fällen wirklich gute Dienste ge-leistet, und manches Ungemach von ihnen abgewendet hat.Der Transport des französischen Artillerietrains für die Bela-gerung von Tortosa hatte sich am 3. Nov. 1813 früh zuMequinenza mit 17 Fahrzeugen auf dem hoch angeschwollenenEbro in Bewegung gesetzt, und ward aus beiden Usern vonmarschirenden Truppen gedeckt. Durch die rasche Strömungdes Flusses war jedoch der Schiffzug bald vorausgeeilt und im