tendes Geschütz, das nach dem Aufprotzen, ohne auf das voll-zogene Aufsitzen der Artilleristen warten zu müssen, augenblick-lich abfahren kann, im kritischen Momente schneller der Ge-fahr zu entrinnen vermag, als ein halbsahrendcs oder ein halb-reitendes, bei welchem das Abfahren erst dann geschehen kann,wenn der letzte Artillerist zu Pferd oder zu Geschütz sitzt.
Endlich muß auch des Einwurfcs gedacht werden, daßreitende Artillerie am Platze angekommen, nicht so schnellzum Schusse kömmt, als eine fahrende oder Fußartillerie, beiwelcher sich die Bedienung schon während der Bewegung un-mittelbar am Geschütze befindet. Dieses ist allen Artilleristeneine bekannte Wahrheit. Allein für ein taktisches Offenflv-Element, wie es die reitende Artillerie in Verbindung mitKavalerie bildet, bleibt immer das zeitgemäße, für denFeind unerwartete Erscheinen an Ort und Stelleals Mittel zum Zwecke von der größten Wichtigkeit, welchesMittel nur eine vollständig reitende Artillerie in ihrer raschenBewegung bietet: und „die Erfahrung lehrt" — sagt der er-fahrene Mohn Haupt — „daß reitende Artillerie am bestenschießt, wenn recht munter zum Schusse geritten wird."
Nach dem heutigen Standpunkte der Kriegskunst erhei-schen es also die in dem Vorhergehenden dargestellten Anforde-rungen an einer reitenden Artillerie, daß dieselbe nurmit der Linie der Geschütze manövrire und daßdie sämmtliche Bedienungsmannschaft selbststän-dig beritten sei. Die Munitionswagen folgen in derBatterie-Reserve. — Nur bei der hierdurch gestatteten Schnel-ligkeit und Sicherheit in der Bewegung, sowie in dem Ueber-gange aus dieser in die Stellung und umgekehrt, können dieHauptbedingungen für das Gelingen eines Manövers erfülltwerden. — Dieser Grundsatz ist auch zur Zeit durch die inBaden, Bayern, Belgien, England, Frankreich, Hannover,Hessendarmstadt, Niederland, Rußland und Sachsen bestehen-den Organisationen in die Praxis übergegangen.
Wie es bereits bei der Fuß - und fahrenden Artillerie ge-schehen ist, muß auch hier noch etwas weiter in die Konstrnk-