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aus eine vollkommene Ausbildung derselben dadurch eine be-sondere Sorgfalt verwendet werde, daß man die Schießübun-gen ausführlicher und gründlicher durchführt, derselbe Grund-satz sollte auch bei der Feldartillerie für die Ausbildung derHaubitzbedienungen durch die That in das Leben treten.Eine selbstständige Ausbildung der Artilleristenals Bedienung der Feldhaubitzen erscheint daherals ein nothwendiges Bedürfniß. —
Verwendet man hiezu die Bombardiere, so folgt aus de-ren speciellen Bestimmung von selbst schon andererseits eineselbstständige Ausbildung der Kanoniere als Bedienung derFeldkanonen, welches nur Vortheile bringen kann. —
Damit wollen wir hier aber ebenso wenig wie schon frü-her die Formirung selbstständiger Haubitzbatterien bereits imFrieden zugestanden wissen. Die Scheidung der Bombardiereund Kanoniere für diese besonderen Zwecke findet nur inner-halb der Kompagnie, resp. innerhalb der Batterie statt.
Die Material-Ausrüstung der Artillerie erheischt einenbedeutenden Kostenaufwand des Staates, der nur in der Er-wartung geleistet wird, daß die Erfolge den Opfern entspre-chen. Jeder über gemischte Waffen gesetzte höhere Truppen-führer, wozu man — außer in Rußland und in Frankreich —unbegreiflicher Weise die Artillerie-Generale zu zählen nochimmer Anstand nimmt, spricht auch jederzeit die Leistungen derArtillerie in dieser Art an, da ihm der Grad der Geübtheitdieser Waffe unbekannt ist, und er andererseits auch mitRecht eine erfolglose Geübtheit nicht vorausse-tzen kann, sobald man auftritt, sich mit einem Geg-ner zu messen. — In den Fällen getäuschter Erwartun-gen muß dann der Artillerickommandant alle Verantwortlich-keit tragen. Der verloren gegangene materielle Werth ist wohlmeistens wieder zu ersetzen; allein der einmal gesunkene mo-ralische Werth wird nicht leicht mehr verwischen und kannleicht noch größeres Unheil bringen. —
Unbegreiflich muß es darum immer bleiben, daß, wennein Staat einmal auf den Besitz einer Artillerie große Sum-