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Die Organisation und die Leistungen der Feldartillerie : eine Zeitfrage für alle Heere / von einem süddeutschen Artillerie-Offiziere
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In dieser Schlacht war überhaupt nach Vereinigung derKorps der Fcldmarschalllieutenante Gras Wrbna und GrasSchlick auf der österreichisch-russischen Seite das Zahlen-verhältniß der Artillerie zu den übrigen Waffen so hoch ge-stiegen, daß aus 1000 Mann 6 Geschütze trafen; denn dieStärke dieser vereinigten Korps hatte 18,696 Mann Infante-rie, 2974 Mann Kavalcrie und 147 Geschütze betragen, wel-chem artilleristischen Uebergewichte der leichtere Massengebrauchund der Sieg über eine 35 40,000 Mann starke Armee zu-zuschreiben ist. Schon des Tages vorher, welcher als der ersteSchlachttag gerechnet wird, hatte sich das Gefecht durch dasAuftreten einer Artilleriemasse, in einem höchst kritischen Mo-mente, zu Gunsten der Ocsterrcicher entschieden. Eine unga-rische, 3 Bataillone, 5 Divisionen und 2 Batterien starkeKolonne war nemlich durch einen zwischen der Division Schwar-zenberg und Brigade Wyß gelegenen Wald gedrungen undhatte die Schlachtlinie getrennt. Der Generalmajor Whßwarf zwar den Feind durch einen Kavalerieangriff zurück,allein er sammelte sich wieder znm neuen Vorrücken. Raschgeht ihm der Obcrlieutenant Seid! mit seiner Kavaleriebatte-rie entgegen, und eröffnet ein so wirksames Feuer, daß derFeind, von den Chevaulegers und von der durch Heranziehenvon anderen Geschützen und einer Rakctenbattcrie auf 24 Ge-schütze angewachsenen Artillerie verfolgt, eiligst bis auf dieHöhen von Kompott zurückwich, wodurch auch an diesem Tagedas Gefecht für die Oesterreichs siegreich endete. Auchin der Schlacht bei H arkaly wird man das Auftreten großerösterreichischer Artilleriemassen gewahr, und es stellt der Ba-nus Jellachic durch dieselbe zweimal, nachdem sich ihm Gör-gey einmal mit 90, dann noch einmal mit 80 Geschützen ge-genüber postirt hat, das verlorene Gleichgewicht wieder her.Nachdem am 28. Juni 1849 der Feldmarschalllieutenant GrafSchlick bei dem Angriffe auf die Verschanzungen von Raabdie Geschütze des 1. und 4. Armeekorps (42 an der Zahl) ver-einiget hatte, manöverirte diese Artilleriemasse, unter der spe-ciellen Führung der Artillerie-Majore Eschenbacher und