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Die Organisation und die Leistungen der Feldartillerie : eine Zeitfrage für alle Heere / von einem süddeutschen Artillerie-Offiziere
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durch dieses Unternehmen zu einem denselben unlieben Zeit-aufwande für Wiederherstellung des angerichteten Schadens,zur Anlegnng einer zweiten, mit der schon vorhanden gewese-nen parallellaufenden Kommunikation und zur Einschneidnng ei-ner dritten Parallele, um die Krönung des ausspringendenWaffenplatzes am St. Peterbastion zu sichern.

3. Leistungen im Belagerungskriege.

Die Erfahrung lehrt, daß bei dem Ankommen einer Ar-mee vor Festungen nur in seltenen Fällen schon das Belage-rungsgeschütz vorhanden ist, um den regelmäßigen Angriff zubeginnen; hier ist es dann die Aufgabe der Feldartillerie, inerrichteten Verschanzungen die Artillerie des Platzes zu beschäf-tigen, die Besatzung zu beunruhigen und in Athem zu erhal-ten, und feindliche Ausfälle zurückzujagen. Viele Festungensind aber auch schon durch Feldartillerie allein genom-men worden. Es ist dieses schon bei der Berennung durchUeberrumplung, oder nach der Einschließung, oder durch einBombardement während der Blokade erreicht worden. Erste-res kann bei kleinen mit nur geringer Besatzung versehenenFestungen schon nach einigen Kanonenschüssen eintreten, wiez. B. von Albuquerque in Portugal am 15. März 1810durch Mortier. Im Jahre 1814 rückte mit der preußi-schen Brigade Thümen eine leichte 6 Pfünder-Fußbatterie am27. Februar vor die kleine Festung La svre, beschoß dieselbewährend 2 Stunden mit 2 Kanonen und 2 Haubitzen; nachdemes geglückt war, ein Pulvermagazin in die Luft zu sprengen, ka-pitulirte die Festung, in welcher Vorräthe an Geschützen undMaterial zu mehreren Millionen Werth vorgefunden wurden.

Hieraus geht hervor, daß sich die Anwendung der Feld-haubitzen von größerem Erfolge zeigt, da mit ihren Hohlge-schossen nicht allein die Besatzung, sondern auch die Einwoh-ner gefährdet werden können. Der Kommandirende der Feld-