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Die Organisation und die Leistungen der Feldartillerie : eine Zeitfrage für alle Heere / von einem süddeutschen Artillerie-Offiziere
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Stande komme, je höher die Escarpe ist; daß 2 Nertikalein-schnitte von unten auf hinreichen, und daß dabei stets von 2 Ge-schützen das Feuer auf jeden dieser Einschnitte zu richten sei.Durch diese Erhöhung der Leistungsfähigheit der Feldar-tilleric wird künftighin der Belagerungstrain bedeutend ver-mindert, und die Eroberung fester Plätze im regelmäßigenAngriffe auch durch die Feldartillerie allein vorkommen. Eswird nicht mehr für nothwendig erachtet werden, sich bei ei-nem Mangel an Belagerungsgeschütz in der Fortführung deseinmal begonnenen Angriffes aufhalten zu lassen, und dadurchallenfalls für das Unternehmen wirklich günstige Verhältnissezu versäumen, wie z. B. die bessere Jahreszeit verstreichen zulassen, sich einem Aufreiben durch feindliche Aus- und Anfälleauszusetzen, durch einen Entsatz nach stattgehabten großenOpfern zum Abznge entschließen zu müssen, und überhaupt dieArmee auf lange Zeit zu schwächen.

Endlich wird es nicht mehr lange währen, daß die Er-findung gezogener Kanonen mit hohlen Spitz ge-schossen vorzüglich darin eine große Epoche machen werde,daß durch deren gesteigerte Trefffähigkeit, in Verbindung mitihrer vermehrten Sprengwirkung, die Feldartillerie die Fähig-keit erlangt, schon auf 400 ja selbst schon auf 800 Schritte

also schon in der bisherigen ersten Parallele

wenn es die Terrainverhältnisse gestattenBreschbattc-rien anlegen zu können. Denn die in Preußen statt-gehabten Versuche haben das überraschende Resultat geliefert,daß das aus einer gezogenen 12 Pfünder - Feldkanone gefenerte24 Pfund schwere hohle Spitzgeschoß, mit nur 1 Pfund La-dung auf 400, und mit 1'/? Pfund Ladung auf 800 Schritte,ein nur 4 Fuß breites und hohes Ziel nie verfehlte.