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die nothwendige taktische Einheit, und würde sie unbewegtlieh machen; bei wenigem als drei Batterien verringert sichdie Wirkung und die Kraft des Feuers. Die taktischeStellung der Artillerie der neuern Zeit macht auch eineandere Stellung der Artillerie - Stabsoffiziere nothwendig,welche indeß noch nicht überall dem Geiste der Artillerie-taktik angemessen erscheinen mochte.
Nur ein Riesenstaat, wie Rußland, kann seine ganzeFeldartillerie im Frieden bespannt erhalten, welche aus141 Batterien oder Kompagnien besteht und 43,722 Mannmit 31,477 Pferden und 1836 Geschütze zählt. Es dürfteaber auch für jede andere Macht ersten Ranges diesesein Beispiel seyn, bei Formation der Artillerie nicht eineverderbliche Sparsamkeit vorherrschen zu lassen, sondernmindestens die Hälfte der reitenden und ein Viertel derFußartillerie im Frieden, mit Ausnahme der Wagen, be-spannt zu halten.
Als die Artillerie noch ein zunfkmäßiges Handwerkwar, als sie weder Beweglichkeit noch Taktik kannte, alsFeld» und Belagerungsgeschütze noch nicht von einandergeschieden waren, lagen Büchsenmeister und Konstabler,nebst den Arkcleyverwandten, vertheilt in den festen Plätzender Staaten in Garnison. Als man aber überall beson-dere Artillericregimenter errichtete, die Feld- von der Be-lagerungsartillerie schied, concentrirte man die Artilleriein Hauptorten der Monarchien. Friedrich II. zog 1765und 1766, kurz nach dem Hubertsburger Frieden, die da-mals bestehenden drei Artillericrcgimcnter sämmtlich nachBerlin. Späterhin verlegten feine Nachfolger, um auch inallen Hauptprovinzen der Monarchie Feldartillerie zu ha-ben, die auf 4 Regimenter Fuß- und ein Regiment rei-tender vermehrte Artillerie in die Städte Berlin, Dreslau,Königsberg und Warschau.
In Frankreich waren la Fere, Straßburg und Metz,Garnisonstädte der Artillerie, und sind es noch.