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2 (1824) Zweiter Theil / von W. von Grevenitz
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haben, nach oben angegebenem Etat, 501 Combattantenund 600 Pferde; sollten sie, wenn man auch nicht einmaldas übrige Materielle, sondern nur die Stärke und ihreFcchtart in Betrachtung ziehen will, nicht in gleichem,wenn nicht ausgedehnterem Verhältnisse, wie ein RegimentKavallerie stehen?

Gehen wir zu dem Wirkungskreise eines Brigadekom-mandeurs der Artillerie über, wie ihn der Krieg, der Ge-brauch der Artillerie am Schlachttage vorschreibt, so stehtderselbe gewiß dem Drigadckommandeur der andern Waf-fen näher, als dem Regimentskommandeur. Am Lageder Schlacht erstreckt sich sein Wirkungskreis über dasganze Schlachtfeld eines Armeekorps; er muß in nähererBeziehung mit dein kommandirenden Generale stehen, alsirgend ein Brigadekommandeur der andern Waffen, daherauch in den meisten Armeen der Kommandeur der Artille-rie eines Korps zum Generalstabe des kommandirendenGenerals mit gerechnet wird. Es muß als ein Ueber-bleibscl aus der alten grauen Zeit der Arkcley angesehenwerden, wenn man in Armeen bei jetzt völlig verän-dertem Gebrauche der Artillerie sie dennoch nicht gleichden andern Waffen begünstigt, sondern nur als Stiefwaffebehandelt.

Es ist wohl keinem Zweifel unterworfen, daß dieDienste des Artilleristen mannigfaltiger, als die irgend ei-ner andern Waffe sind; dabei wird das Denkvermögen desArtilleristen mehr in Anspruch genommen. Daher ist derArtillerist bei gleich festgestellter Dienstzeit mit den andernTruppen schwieriger auszubilden. Allein es ließe sich auchnicht mit den allgemeinen gleichen Rechten der Staats-Einwohner vereinbaren, für den Artilleristen eine längereDienstzeit, als für die übrigen Waffen, zu bestimmen. Da-her gebe man, um Lust und Neigung für diese Waffehervor zu bringen, wie dies auch in vielen Armeen bereitsder Fall ist, den Artilleristen einen höhern Sold.