Buch 
2 (1824) Zweiter Theil / von W. von Grevenitz
Entstehung
Seite
36
JPEG-Download
 

31

Armeen noch mit Vorurthcilcn längst verflossener Zeiten ;ukämpfen, in welchen man Leute von unansehnlicher Größe,oder denen wohl selbst Gliedmaßen an den Händenfehlten, ausschließlich zur Artillerie gab.

Der kleine Mann von 3 bis 4 Zoll preußisch Maaß,wird bei der Kavallerie und Infanterie den Zweck er-füllen; er wird.marschiren, reiten, sein Gewehr, seinenSäbel oder seine Lanze regieren können. Nicht so ist esbei der Artillerie, wo es auf vielfältige mechanische Kräfte- der Menschen ankömmt, der Fall. Ein 4zölligcr Mannwird nicht ein 12 pfünder-Feldgeschütz auswischen, nochweniger aber einige 12 pfundige Kartuschen tragen, unddie Kartusche, ohne Aufenthalt in der Bedienung, einsetzenkönnen. Nun sehe man erst eine solche Figur bei derBedienung der hohen Rahmlaffeten, welche den offenbarenBeweis aufstellen, daß Leute dieser Größe auch nicht zurBedienung der Wall- und Belagerungsgeschütze tauglichsind, eigentlich dazu am allerwenigsten, weil hier Bewe-gungen größerer und schwererer Lasten als beim Feldge-schütze täglich vorkommen. Es werde hier das Einsetzender '»Opfündigen Bomben nur allein berücksichtigt, welchesnicht ohne stete Gefahr von einem selbst größeren Mannevollführt werden kann, viel weniger demnach von einemkleinen. Desgleichen sind 6 schwache oder 4zölligeMenschen nicht im Stande, eine 24pfündcr-Kanone, ohnedie größte Anstrengung und mit dem größten Zeitverlust,in die Scharten zu bringen; es wird demnach bei diesenletztem Fällen offenbar sowohl ein Zeitverlust in der Be-dienung, als auch ein größerer Verlust an Menscheneintreten, welche beide Punkte bei einer Belagerung sehr zuberücksichtigen seyn möchten.

Zu der Bedienung eines kpfünders, zum Auf- undAbprotzen desselben, können nicht mehr als 6 Mann an-gestellt werden; zu der des 12 pfünder-Geschützes und zumAuf- und Abprotzen, werden 8 Mann erfordert: weil