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Ist man im Besitz einiger Schanzen/ dann müssensich alle Truppen aufs Neue die Hand bieten/ die er-langten Vortheile weiter auszudehnen, und immer denFeind mit Massen von Artillerie anzugehen.
Bei Pultawa versäumten die Schweden dieses, woll-ten eine Redoute nach der andern wegnehmen, und wur-den geschlagen. Bei Kehl hatten die Franzosen bereitsmehrere Schanzen genommen; herbeieilende Reserven jag-ten ihnen die errungenen Vortheile wieder ab.
Bei verschanzten Dörfern findet eine ähnliche Angriffs-und Vertheidigungsweise statt; denn nicht in den, dieDörfer umgebenden Verschanzungen möchten wir die Ar-tillerie in die aus- und eingehenden Winkel stellen, son-dern in großen Batterien seitwärts, daß sie alle Zugängevor den Dörfern bestreichen, aber auch noch hinter denDörfern Artillerie bei der Hand haben, um die Längeund Straßen der Dörfer zu beschießen. Beim Angriffewird man vorzüglich die Haubitzen gegen das Innere derDörfer brauchen, und auf die bestimmten Angriffspunkteimmer eine überwiegende Anzahl Geschütze hinzubringensuchen.
Nach diesen allgemeinen Umrissen des Gebrauchs derArtillerie beim Angriffe auf verschanzte Stellungen kommenwir am Schlüsse derselben auf Posten, welche verschanzteOerter von einem zwar nicht zu großen Umfange, aberwegen ihrer natürlichen Lage zur Vertheidigung geschicktsind, und daher weniger von der Verschanzungskunst ab-hängen.
Hierunter gehören im Gebirge schmale unzugänglicheThäler oder beherrschende einzelne Berge, mit Hecken,Mauern und Zäunen umgebene Dörfer, Gräben und Hohl-wege; mit einem Worte alle diejenigen Oerter, die mangezwungen ist mit Nachtheil anzugreifen, um an die feind-liche Armee zu kommen, oder sich den Eingang in eineGegend frei zu machen, um in Schlachtordnung sich for-