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verschanzt (Pl. XXI. H.. deren Linien mit den schwe-dischen gleichlaufend waren. Hinter ihnen floß ein kleinerBach in Gestalt eines Bogens, dessen gekrümmter Theilsich gegen die Schweden leitete (ö. ö.). Innerhalb des-selben war das schwere Geschütz aufgestellt (0. 0.), des-sen Wirkungen man auf dem jenseitigen Ufer des Lechsempfand. Hierauf folgte ein Gehölz, das sich ziemlich hochhinan erstreckte. Das Gesträuch desselben war in gewissenEntfernungen ausgehauen, das Zimmerholz gefällt, undvon vorne auf den Flanken eine Art von Verhau davongemacht. Längs der Front hin standen sechs Haufen aus-gesuchter Fußknechte, die zusammen 8000 Mann ausmach-ten (O. O.). Das übrige Fußvolk war mit vieler Ueber-legung da und dort hingestellt; die Reiterei machte in ei-ner entferntern Linie zwei Flügel aus, die auf beiden Sei-ten in einigem Abstände hielten, und war auf eben dieArt, wie die schwedische, gestellt. Beiden Parteienwaren Orte angewiesen, wo sie die Kanonenkugeln nichterreichen konnten.
Der König machte sich in Absicht auf das Unterneh-men, welches er ausführen wollte, den Uebergang überden Lcch gewaltsam zu erzwingen, nicht die leichteste Vor-stellung. Er that hier, was er nicht oft zu thun pflegte,er ließ alle seine Feldherren zu einem Kriegsrathe berufen,und gleich dem Rhodier Mcmnon, mit seinem Rathe anAlexander, den Uebergang über den Granikus nicht zuunternehmen, stellte Gustav Horn, des großen Königs eif-rigster Feldherr im Ausführen, doch auch der Vorsichtigsteim Entschließen, die Schwierigkeiten dar, welche ein ge-waltsamer Angriff zu überwinden an die Hand gab; stellteferner die Menge der Tillyschen Artillerie gleichfalls nach-drücklich vor, welchen Ansichten die übrigen Feldherren bei-pflichteten. Der König liebte seinen Feldmarschall Horn,weil er beides, dessen große Talente und Redlichkeit,zu schätzen wußte, und hörte ihn ganz geduldig an. Al-