255
Also waren nun alle Anstalten zum Schlagen derBrücke getroffen, und jeder legte dabei Hand an, sie zuschlagen und zu befestigen. Als der Tag hell genug war,sah Lilly dieses erstaunenswürdige Unternehmen. Diesenun über die Brücke gehenden Ankömmlinge zu vertreiben,schien des ununterbrochenen schwedischen Artillericfcuerswegen eine unmögliche Sache zu seyn. Das Einzige, waser noch thun zu müssen glaubte, war, daß er gegen dieSeiten der Brücke zwei Batterien errichten ließ (bl. I-l.),welche aber wegen der von den Schweden errichtetenBrustwehren den Zweck nicht erfüllten, da auch das Ter-rain ihnen nicht günstig war, indem auf der einen Seitehart am Ucbcrgangspunkte ein Morast, auf der andernGehölz war. Diese Ursachen bewogen endlich Tilly, nureine vertheidigende Rolle zu wählen. Er ließ die Linienseines Retrcnschements durch seine Schanzgräber tiefer undbreiter machen, und beschäftigte alle Hände, welche ernur entbehren konnte. Allein sobald Gustav die Sägenund Aepte im Walde hörte, welche ein Verhau bildensollten, ließ er seine Artillerie ein gewaltiges Feuer ma»chen. In wenig Stunden war die Brücke fertig, und derKönig eilte, die bereits übergesetzten Truppen zu untcrstüz-zen, und seine Armee, welche in Schlachtordnung stand(I. I.), die Infanterie in der Mitte, die Kavallerie aufden Flügeln aufgestellt, übergehen zu lassen. Zwischenden Batterien war noch Infanterie dicht am Ufer aufge-stellt, welche sich cingegrabcn hatte (K. K>). Tilly'sVersuche, den Uebcrgang der Schweden und das Entwik-keln derselben jenseits durch Angriffe seiner besten Truppenzu hindern, scheiterten. Sein Feldzcugmeisier Altringerführte den Auftrag, die Schweden während des Ucber-ganges anzugreifen, mit Unerschrockenhcit aus; allein dieschwedische Artillerie machte ein so heftiges Feuer, daß eres nicht auszuhalten vermochte. Er rückte zum zweitenMale mit einer Entschlossenheit an, welche an Kühnheit