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Rückzug der Artillerie aber in Echellons anordnen, so baßimmer das der Brücke am nächsten stehende Echellonsich rasch über die Drücke abzieht, und endlich die nunvöllig übergegangene und am andern Ufer aufgestellte Ar-tillerie den Feind vom weitem Vordringen abhält, wennnicht vorher schon Maßregeln getroffen sind, die Brückein Brand zu stecken.
Im entgegengesetzten Falle der Vertheidigung einerBrücke ist es wiederum die Artillerie, welcher die ersteRolle zufällt, das Andringen des Feindes gegen die Brückedurch zweckmäßige Aufstellung der Batterien zu verhindern,oder zu erschweren. Die zunächst in Position aufgestellten12pfünder- und Haubitzbatterien werden, hauptsächlich letz-tere, das Terrain gegen die Brücke bestreichen, und solchesdurch Bomben unsicher machen. Die 12 Pfänder werden,so lange der Feind noch nicht in wirksamer Schußweiteist, ihr Feuer gegen die feindliche Artillerie richten; dage-gen behalten wir zur kräftigsten Verhinderung des Ueber-ganges die beweglichen 6Pfänder - Fuß- und reitendenBrigaden. Ist das Terrain eben und giebt es nicht be-sondere Vortheile für die Artillerie an die Hand, so wirdman sich am zweckmäßigsten in einer Echellonaufstellungaus der Mitte abziehen, von welcher zwei Echellons dasvor und hinter der Brücke befindliche Terrain, besondersdie sich nahenden Truppen, in kreuzendes Feuer nehmen, wäh-rend das mittlere gerade in der Verlängerung der Brückeaufgestellt ist, um sie der Länge nach zu bestreichen. DasKugelfeucr wird hier anwendbarer als Kartätschen seyn.Die Fälle, eine schon stehende Brücke anzugreifen, oder zuvertheidigen, gehören unter die besondern Umstände in derTaktik. Sie kommen nicht oft, und nur unter ganz be-sondern Umständen vor, wie z. B. bei Lodi, wo die Fran-zosen die schon auf einem langen Rückzüge begriffenenOestreicher fortwährend angriffen, ihnen so rasch nach-drängten, daß sie nicht Zeit hatten, die Brücke über die