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Einleitung.
stimmungen der verschiedenen Länder, die Geldverhältnisse, Platzgebräuche,Aus- und Einfuhrverbote u. s. w. kennen, um sich vor falschen Speeula-tionen zu schützen und Verlusten zu entgehen, wie sie den Unwissenden nurzu häufig zu treffen Pflegen.
Wenn wir aber auch die Kenntniß aller der genannten Wissenschaftenals Nothwendigkeit für einen vollkommenen Waarenkenner und Kaufmannaufgestellt haben, um den Handel mit Noh- und Kunstprodukten Vortheil-haft betreiben zu können, so liegt es uns dennoch fern, ihm zuzumuthen,ein Hauptstudium aus diesen Wissenschaften machen zu müssen, da dies ihneben so weit wieder von seinem Ziele entfernen würde. Es genügt dahereine allgemeine Uebersicht vollständig und da, wo Lücken fühlbar sind, hater Gelegenheit genug, mit Hülfe der ihm jetzt zu Gebote stehenden umfang-reichen Litteratur der Naturwissenschaften diese nach und nach zu ergänzenund auszufüllen.
Bevor wir uns zu den besondern Kennzeichen der im Handel als Waa-ren vorkommenden Roh- und Kunstprodukte wenden, halten wir es fürnothwendig, über die verschiedenen Körper der drei Reiche eine kurze, aberfaßliche Uebersicht zu geben und dann erst auf die besondern Kennzeichen,besonders der rohen Waaren, überzugehen, welche letztere sich hauptsächlichauf die äußere Form, Farbe, Beschaffenheit der Oberfläche, überhaupt aufihre chemischen, physikalischen, optischen und physiologischen Eigenschaftenbeziehen.
Die Miueralkörper.
Unter Mineralien versteht man homogene, starre oder tropfbar-flüssige,unorganische Körper, welche ohne Mitwirkung organischer Prozesse entstan-dene Naturprodukte sind und zusammengenommen und ursprünglich den festenErdkorper ausmachen; sie finden sich auf und unter der Oberfläche desselben.Die Naturgeschichte (Physiographie) oder die wissenschaftliche Kenntniß derMineralien und ihrer Eigenschaften ist die Mineralogie. Sie lehrtdemnach die Mineralien an ihren ursprünglichen Kennzeichen erkennen unddas Gesammte ihrer Aehnlichkeitcn und Verschiedenheiten unter festgesetztenBenennungen systematisch finden und überschauen.
In Bezug auf ihre äußere Gestalt lassen sich die Mineralien, wie dieunorganischen Körper überhaupt, an zwei Verschiedenheiten erkennen: siefind entweder von regelmäßigen Flächen umfaßt und gesetzlich gestaltet oder