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Lehrbuch der Colonial- und Spezerei-Waarenkunde / von Dr. S.A. Schwarzkopf
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Die Thicrkörper.

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kauenden Säugethiere. Thiere, welche im Wasser leben, riechen mittelst der Flüs-sigkeit, welche sie nmgiebt, und ihr Gcruchsvrgan liefert dann auch einen eigen-thümlichem Bau, als bei den in der atmosphärischen Lust lebenden Thieren.Die Nasenhöhlen der Fische z. B. haben keine Verbindung mit dem Sckstnn-de, sondern sind bohle Räume, welche sich blindsackförmig schließen, und dieSchleimhaut, womit sie ausgekleidet sind, zeigt eine Menge Falten, die wiedie von einem Mittelpunkt ausgehenden Strahlen aussehen oder parallelwie die Zähne eines Kammes zu jeder Seite eines Streifens an einandergeordnet sind. Merkwürdig ist es, daß vielen Thieren ein eigenthümlichseiner Geruch nicht abgesprochen werden kann, wie z. B. bei Schal- undWeichthiercn, bei Gliederthieren u. s. w., obgleich man an ihnen noch keinspecielles Organ, welches für den Geruch bestimmt zu seyn scheint, wahr-genommen hat.

Das Ohr ist das Gehörorgan beim Menschen. Der Gehörgang desmenschlichen Ohres endigt mit dem Trommelfell, hinter welchem sichdie s. g. Trommelhöhle befindet, die einige Beinchen enthält, mitLuft ausgefüllt ist und durch eine Röhre mit der äußeren Luft, welche durchNase und Mund eindringt, Gemeinschaft hat. Flach dahinter findet maneinen geschlossenen Raum von sehr fremdartiger Form, der mit einem mitflüssigem Saft gefüllten Sack ausgefüllt ist. In diesem Saft endlich schwe-ben und verbreiten sich die äußersten Enden des achten Nervenpaares, wel-ches die Schallwellen der Luft zum Gehirn bringt. Die Vögel haben keinäußeres Ohr, die kriechenden Thiere nicht einmal einen Gehörgang. Beiden meisten Fischen trifft man ein noch unvollkommeneres Ohr an. Aberan keinem Gehörorgan vermißt man, wo irgend ein solches gefunden wird,einen mit Saft gefüllten Sack, in welchen ein Nerv endigt und sich darinausbreitet. Weichthiere und Insekten scheinen kein eigentliches Organ die-ser Art zu besitzen, obwohl man sie dennoch nicht für vollkommen taubhalten kann, was man von noch niedrigeren Thiergattungen fast anneh-men muß.

Was endlich das Auge, das Organ des Gesichtes, betrifft, so gehörendazu nicht allein der Augapfel, sondern auch alle die Theile, welche dasselbeumgeben und schützen. Es ist rund und gleicht einer größeren Kugel, anwelcher vorn das Segment einer kleineren Kugel eingesetzt ist. Der Hin-tere große Kugelabschnitt wird nach Außen von einer festen, weißen, un-durchsichtigen Haut, der weißen Augen haut, gebildet; entfernt mandiese, so sieht man die Gefäßhaut, deren äußere Fläche braun, die innere

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