I. Gruppe. Kieselerdige Mineralien.
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Stücken spalten und in viereckige Flächen brechen zu lassen, welche Eigen-schaft benutzt wird, um ihn zu gewöhnlichen Feuersteinen vder zu Flinten-steinen zu schlagen, zu welch letzteren jedoch nicht alle Feuersteine tauglichsind. Sowie der Stein aus der Erde kommt, enthält er durch seine Massehindurch Feuchtigkeit, die aber bald austrocknet, wodurch derselbe spröderund brüchiger wird. Die Zubereitung der Feuersteine zu Flintenstcinen ge-schieht durch Spalten mit scharfen Weiseln und Beklopfen mit Hämmern.Der an beiden Enden scharfe Weisel ist in einem I^Fuß hohen Klotze undzwar nahe am Rande desselben befestigt. Die Hämmcr sind theils stumpf,theils spitzig; mit dem einen Hammer zerstückelt man vorerst den Steinund zerspaltet ihn sodann mit dem Spitzhammer in kleinere Stücke, jedemdieser Stücke wird darauf über der Schneide des Weisels, an die man es hält,ein Schlag gegeben, mit der Roulette aber, einem kleinen stählernen Cy-linder, werden auf einem Ambos die Kanten der Steine an denjenigenStellen gleichförmiger gemacht, wo sie es durch das bloße Zerspalten nochnicht geworden waren. Ein Arbeiter kaun auf diese Weise in drei TagenIvüü Flintensteine bis zur Vollendung Herrichten. Die besten Feuersteine,welche besonders zu Flintenstcinen dienen, werden in Frankreich gewonnen;sie haben eine kugelförmige Gestalt und die frisch gegrabenen sind stets denälteren vorzuziehen; auch solche, welche im Wasser gelegen haben, sind leich-ter zu spalten, als trockene, weßhalb man in Frankreich, wo die meistenFlintensteine geschlagen werden, den Windzug beim Spalten sorgfältig ab-hält, um das ungleiche Austrocknen zu verhindern. Auch die Feuersteineaus Galizien gleichen den französischen und lassen sich ebenfalls zu Flintcn-steinen zerschlagen. An einem gut geformten Flintensteine muß man fol-gende Theile wahrnehmen: r») die untere Fläche, welche ganz eben ist; b)die obere ebene Fläche, H des Steines ausmachend, welche man auch Rückenoder Heft nennt; e) die Schärfe, welche von dem Rücken gegen die Grund-fläche in einem Winkel von 40 — 45 Grad abläuft; ck) den Kopf oder dieFerse, bei einfachen Steinen der Schärfe gegenüberstehend und eine schmä-lere, ablaufende, abgerundete Kante bildend, und endlich v) die nach Will-kür gerade oder schief anlaufenden Seitcnkanten, nach der Dicke des Stei-nes breiter oder schmäler ausfallend. Der Abfall beim Schlagen, welchersehr bedeutend ist, bleibt unbenutzt liegen oder man stößt ihn nach vorher-gegangener Behandlung zu Pulver. Die größten Feuersteine geben nichtmehr als ungefähr 50 Flintensteine. Je nach dem Gebrauche unterscheidetman sie in Jagdgewehr-, gewöhnliche Flinten-, Carabiner-, Musketen-,