II. Gruppe. Thonerdige Mineralien.
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verkauft. Auch Deutschland liefert eine beträchtliche Menge Bolus in denHandel. Die Verpackung geschieht in Fässern und Kisten.
Eingangsabgabe.
Im Zollverein: frei.
In Oesterreich: per Br.-Ctr. 1 Kr.
Bergseife,
Bock seife, engl. Aountsin - 8oap, franz. 8avvn äs MontgAnv, >-vu.Lsrgrssp.
Naturgeschichte, Fundorte. Sie ist ein dem Thon sehr ähn-liches, derbes Mineral von feinerdigem Bruche und fettig glänzendem Striche;sie ist sehr weich und mild, greift sich sehr fettig an, ist undurchsichtig, färbtsich nicht ab, hängt stark an der Zunge, fährt im Wasser mit Knistern auseinander und wird zähe. Sie hat eine schwarze, in's Braune, Graue undBläuliche übergehende Farbe, enthält 44 Theile Kieselerde, 26,5 TheileThonerde, 2V,5 Theile Wasser, 8 Theile Eisenoxyd und 0,5 Theile Kalk-erde. Man findet sie in Lagen mit Thon und Lehm wechselnd am Thürin-gerwald bei Waltershausen, bei Dillenburg, Bilin in Böhmen, Mirdziana-Gora in Polen und auf Skye in Schottland.
Nutzen und Gebrauch. Sie wird unter dem Namen Bockseifezum Waschen grober Zeuge verwendet. Der
Handel damit ist unbedeutend; man versendet sie in Fässern.
Zeichnenschiefer,
auch schwarze Kreide, schwarzer Kreideschiefer, engl. vra^inA-cLalli, franz. 6barbon äs ssuls, ital. Aatita norg, holl. Iselisnlrr^t.
Naturgeschichte, Fundorte. Dieses Mineral ist ein durch Kohleoder Erdpech schwarz gefärbter, feinkörniger, sehr weicher, zerrciblicher Thon-schiefer, welcher mehr oder weniger abfärbt, von Farbe graulich - oder blau-lichschwarz, etwas matt und im Striche etwas glänzend ist, sich mager an-fühlt, aus deutlich über einander liegenden Blättchen besteht, auf dem schie-ferigen Hauptbruch schimmert, auf dem feinerdigen Ouerbruch aber matt ist.In Säuren braust er nicht auf, verliert im Feuer seine schwarze Farbe,wird roth und kann dann als Rothstift gebraucht werden. Sein specifischesGewicht ist 2,1 —2,3. Man findet ihn häufig in der Nähe von Stein-