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Lehrbuch der Colonial- und Spezerei-Waarenkunde / von Dr. S.A. Schwarzkopf
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907
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lx. Gruppe. Salze.

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in Venen der Anschuß erfolgt. Die zurückbleibende Mutterlauge wird, mitder Hälfte Rohlauge vermischt, nochmals abgedampft, worauf wieder Kry-stalle fallen. Aus der Mutterlauge vom zweiten Anschüsse bereitete manfrüher schwarzen Vitriol und schied aus der hiervon übrigbleibenden Mut-terlauge Cämentkupfer ab. Allgemeiner ist die Bereitung des Kupfer-vitriols aus künstlich dargestelltem Schwefelkupfer, zu welchem Zweckeman erst Schwefelkupser verfertigt, indem man .zu glühend gemachtem Gahr-kupfer grob zerstoßenen Schwefel wirft, welcher sich mit ersterem rasch ver-bindet. Hierauf feuert man den Ofen wieder an und verwandelt durchCalcination das erhaltene Schwefelkupser in schwefelsaures Kupferorydulund Oxyd, welches noch warm in mit Wasser angefüllte Bottiche geschüttetwird; nach zwölfstündiger Lösung bringt man den ungelösten Rückstandwieder in den Ofen, um ihn ferner der Schwefelung und Oxydation zu un-terwerfen. Aus den Laugen scheidet sich, ohne alle Dazwischenkunft vonEisen Cämentkupfer aus, indem schwefelsaures Kupferoxydul vorhanden ist,welches unter Abscheiden von Metall in Kupseroxydsalz übergeht. Die Vi-triollauge wird sodann abgedampft, die concentrirte Lauge in Läuterkästengeklärt und in Wachsfässern krystallifirt, die Mutterlauge aber der zu ver-siebenden Lauge mit zugesetzt, da sie nichts fremdartiges Verunreinigendesenthält.

In seinem reinsten Zustande bildet er längliche Rhomben von saphir-blauer Farbe, welche einen ätzenden, ekelhaften, herben, metallischen undBrechen erregenden Geschmack haben, an der Luft blässer und schmutzigblauwerden und langsam verwittern. Er läßt sich in 4 Theilen kaltem und in2 Theilen kochendem Wasser, aber nicht in Alkohol auflösen, schmilzt imFeuer leicht und läßt in der Glühhitze nur einen Theil seiner Säure fah-ren. Das specifische Gewicht desselben ist 2,1943. Der im Handel vor-kommende Kupfervitriol ist meist eisenhaltig oder auch mit Zinkvitriol ver-unreinigt. Die in den Handel kommenden

Sorten erhalten dieselben Bezeichnungen, wie der Eisenvitriol. Be-sonders zu erwähnen ist der

römische, von der Insel Elba, Pisa u. s. w. kommend, welcher in gro-ßen Tafeln als die beste Sorte in den Handel gebracht, jetzt aber auch inden deutschen Vitriolsiedereicn gefertigt wird; ferner der

goslarische, welcher am Rammelsberg aus s. g. Kupferrauch gesot-ten wird, blaugrün, hell und durchsichtig ist und am meisten im Handelvorkommt; der