IX. Gruppe. Salze.
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blaue ou llo Aine, ital. Vitriole bianoo, V. ,le iHnoo, holl. >Vit vitriool,-linlivitriool, das aus 28,29 Theilen Zinkorpd, 28,18 Theilen Schwefelsäureund 43,53 Theilen Wasser bestehende, in den Handel kommende Salz.
Vorkommen, Bereitungsweise. Er scheint ein secundäres Er-zcugniß und aus Zersetzung von Blende hervorgegangen zu seyn, findet sicham Rammelsberge bei Goslar, zu Schemnitz in Ungarn, zu Fahlun in Schwe-den u. s. w. und kommt nur selten in haar- oder nadclförmigcn, durch ein-ander gewachsenen Krystallen, stalaktitisch, trauben- und nicrenförmig vor.Man fabricirt ihn meistens künstlich im Großen durch Rösten und Auslau-gen von Blende (einem aus Zink und Schwefel bestehenden Erze). Diegerösteten Erze werden noch heiß in große Auslaugebütten, die voll Wassersind, geschüttet, nach dem Abklären wird die Lauge in eine andere Büttegeschöpft, nochmals mit heißem geröstetem Erze zusammengebracht und end-lich zum Abklären in die Schlammbütten gezapft. Die klare Lauge wirdin bleiernen Pfannen abgedampft, in eine Kühlbütte zum Abklären gelei-tet, sodann in hölzerne Salzfässer, in welchen die Krystallisation langsamerfolgt. Nach 2 — 3 Wochen wird die Mutterlauge abgelassen und dieKrystalle werden herausgeschlagen; die letzteren trägt man in einen großenkupfernen Kessel ein, läßt sie in ihrem Krystallwasser schmelzen, schäumt abund rührt mit einer hölzernen Krücke um, bis binnen einigen Stunden allesWasser verdampft ist. Hieraus füllt man die Masse in hölzerne Tröge,rührt sie zum Erkalten um und drückt sie dann in Mulden, wodurch Brod-stücke erhalten werden.
Der so, namentlich zu Goslar in besonderen Fabriken bereitete Vitriolkommt in weißen Stücken von körnigem Gefüge vor, wird allmählig gelb-lich, bekommt bräunliche Flecke (Rostflecke) von enthaltendem Eisenvitriol,der sich an der Luft orydirt, löst sich leicht im Wasser auf, enthält nebendem schwefelsauren Zinkoryd noch schwefelsaures Eisenorydul und Lryd,Kupfer-, Nickel- und Kobaltoryd. Ganz reinen Zinkvitriol, welcher ausden im Eingänge angegebenen Bestandtheilen zusammengesetzt ist, verfertigtman aus Zink oder Zinkoryd, indem man diese in verdünnter Schwefel-säure auslöst und durch die Auflösung einen Strom von Schwefelwasser-stoffgas streichen läßt. Dadurch werden theils Kadmium, theils Kupfer undBlei als Schwefelmetalle niedergeschlagen, die Flüssigkeit wird aufgekocht,filtrirt und mit chlorigsaurem Kalk in kleinen Portionen verseht, wodurchdas schwefelsaure Eisen - und Manganorhdul, das in der Flüssigkeit verblie-ben ist, zersetzt wird; es bildet sich Gvps und Eisen - und Manganoryd