18 t
8 - 122 .
Weder aus Nachlässigkeit noch aus übertriebener Scham-haftigkeit soll man das Bedürfniß der Stuhlentleerunglange unterdrücken, sondern es so bald als möglich aneinem schicklichen Orte befriedigen. Auch dränge man beider Stuhlentleerung nicht zu arg und mit Einhaltung desAthems; denn diese Anstrengung kann leicht einen Bruchoder einen Vorfall des Mastdarmes verursachen und durch dasEinhalten des Athems auch noch andere Uebel hervorbrin-gen. Daß man, wenn man stark schwitzt oder überhauptzu Erkältungen sehr geneigt ist, seine Nothdurft im starkenZugwinde auf dem Abtritte nicht verrichten soll, verstehtsich von selbst. Da man auf fremden unreinen Abtrittenleicht von ekelhaften, ansteckenden Krankheiten befallenwerden kann, so muß man vorsichtig sein und strenge Rein-lichkeit beobachten.
Auf der freien Wegsamkeit und Integrität dieservier Reinigungskanäle, wenn wir die Lungenausdün-stung dazu nehmen, ruhen die Grundpfeiler der Gesund-heit, und es gibt keine Krankheit, worin nicht der eineoder der andere, oft die drei letzteren gleichzeitig in ihrenVerrichtungen gestört wären. Daher der hohe Werth derHautkrisen, der kritischen Beschaffenheit des Harns in ent-zündlichen und fieberhaften Krankheiten.
Viertes Kapitel.
Von der Erhaltung der Säfte des Körpers.
§. 123 .
So wie durch die in dem vorigen Kapitel erwähntenAusleerungen im Körper untaugliche Stoffe ausgeschieden