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Praktische Anleitung zum Traçiren der Eisenbahnen / von Joseph v. Traunfels
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In der Rubrik:Anmerkung" sind Angaben über die Kultur, Boden-Gattung, so wie über geologische und andere beachtenswerthe Momenteenthalten.

Was dasAuspflocken" des Terrains anbelangt, so ist die Art undWeise desselben von dem verlangten Grade der Genauigkeit bei Berechnungder Erdbewegung abhängig. k

Für den Zweck eines Projektes wird es genügen, wenn man z. B. s

in Fig. 19, Taf. II die Punkte g, ti, g, m, o und r auspflockt, während s

für den eventuellen Bau sämmtliche Punkte nothwendig sein werden.

Beim Auspflocken der Straßen und Wege, wird man zu Projekts- ^

zwecken nur bei größeren Aerarial- oder Post-Straßen die Gräben, in ^

der in Fig. 20, Taf. II angegebenen Weise, nämlich mit 3 Pflöcken be- ^

zeichnen, während bei allen übrigen Wegen, wenn dieselben in der Ebene ^

des Terrains liegen, das einfache Einmessen der Wegbreite genügt.

Bei Flüssen, Bächen, Teichen rc. muß man sowohl die Jnundations-grenze, als auch den mittleren Wasserspiegel und die Hauptform des Bettes ^auspflocken, resp. einmessen. Eben so sorgfältig ist die Auspflockung an lallen solchen Punkten vorzunehmen, welche die Ausführung von Bauobjek- .ten bedingen. ,

Soll die Tracirung gleichzeitig als Grundlage für die Bauausführung ^

dienen, so muß man beini Auspflocken natürlich mit größerer Genauigkeit ' ,

vorgehen, als dies bei einem einfachen Projekte der Fall zu sein braucht. j

Uebertriebene Aengstlichkeit jedoch ist eben so verwerflich, wie eine zu ,

oberflächliche Behandlung, da durch eine zu weit getriebene Genauigkeit §

das Gesammtresnltat fast nie wesentlich verbessert wird, die Arbeit und der ^

Zeitaufwand jedoch sich unnöthigerweise vermehren. <

Man wird im Allgemeinen für Projektszwecke kleine Erhöhungen des ,

Terrains vernachlässigen können, wobei jedoch die Form derselben nicht > ,

außer Acht gelassen werden darf. ! ,

In dem Terrainschnitt Fig. 21 4, Taf. II wird man z. B. für 'ein Projekt mit den Punkten s, b, o, <1, K, k, i, vollkommen ausreichen, da !die kleinen Erhöhungen und Vertiefungen völlig vernachlässiget werden , !

können. In Fig. 21 k jedoch wird man auch der kleinen Erhöhung ^

bei b Rechnung tragen müssen, indem bei Vernachlässigung derselben dasnicht unbedeutende Dreieck abe wegfallen würde. ,

Nicht minder als die oberflächliche Beschaffenheit des Terrains, wird ' -

man auch die Kategorie des Bodens selbst berücksichtigen müssen, so zwar,daß man bei festem felsigen Terrain genauer auspflocken wird, als beilockerem erdigem Boden; weil bei dem ersteren Materiale schon kleine Kör- ^

permassen einen wesentlichen Einfluß auf die Kosten der Erdbewegung aus- "

üben, während diese bei weichem Boden verhältnißmäßig unbedeutend seinwerden.

Man verwendet beim Stationiren höchstens 4 Arbeiter, von denen 2die Kettenmessungen vornehmen, der Dritte die Pflöcke trägt, und an den .entsprechenden Stellen einschlägt, der Vierte hingegen vorausgeht und anden Pflöcken der ausgesteckten Traee die nöthigen Stangen oder Fahnenzum Behufe der Orientirung aufpflanzt.