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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Cortex Fructus Aurantii.

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schütteln. Nach % Stunde hat sich alles Chloroform mit der Chinahass bela-den abgeschieden. Es wird nach dem Decanthiren der überstehenden Flüssig-keit mit Wasser abgewaschen und in einer Porcellanschale das Chloroform ver-flüchtigt. Die Wägung des Rückstandes würde hier ein annäherndes Resultatgeben. Rabourdin will ihn weiter mit Salzsäure und Ammoniak behandeln,um nach Abscheidung des Chinaroths eine reinere Substanz zu fällen.

Margraf übergiesst unter Umrühren 500 Gran feingepulverter und getrock-neter Rinde mit einem noch heissen Gemenge von 400 Gran concentrirterSchwefelsäure und 100 Gran Wasser, wodurch eine pulverige schwarze Masseerhalten wird. Diese wird mit einem gleichen Volum Wasser zerrieben, mitWasser ausgelaugt und die Basen mit kohlensaurem Natron gef ällt. Sie werdennochmal in saurem Wasser gelöst und mit Ammoniak gefällt.

Die Prüfung der Chinarinden interessirt am meisten den Chininfabrikanten.

Es ist noch zu bemerken, dass durch sehr langes Aufbewahren der Alka-loidgehalt der Rinden sich merkbar vermindert, weshalb man seine Einkäufeauf keine zu lange Zeit hin einrichten soll.

Bei einem so wichtigen Heilmittel als die Chinarinde, ist selbst die Ge-schichte interessant. Im Jahre 1638 soll ein Indianer zuerst den Corregidorvon Loxa mit China von einem Fieber geheilt haben. Es steht demnach fest,dass die Ureinwohner des Vaterlandes der Chinabäune ihre fiebervertreibendeKraft nicht gekannt haben. Nach Alexander von Humboldt ist es aberwahrscheinlicher, dass die Jesuiten zuerst die Heilkraft der China erkannt haben.Wenn dem so ist, so ist die Welt ihnen dafür Dank schuldig. Im Jahre 1638gebrauchte die Gräfin Cinchon, Gemahlin des damaligen Vicekönigs von Peru,diese Rinde mit dem besten Erfolge; dies war die Veranlassung zu den erstenHeilversuchen in Spanien um 1639.

Drei Jahre später erschien die erste Schrift über dieses berühmte Mittelvorn Professor Barba in Valladolid. In dieser ersten Zeit und bis ungefähr1658 wurde die China als Geheimmittel von den Jesuiten unter dem NamenPulvis Comitissae oder Pulvis Patrum Soc. Jesu verkauft, und war öfter sotheuer, dass sie mit Gold ausgewogen wurde. Im Jahre 1658 soll sie zuerst inAntwerpen öffentlich verkauft worden sein. Bald daraus kam sie häufiger inden Handel.

Die erste botanische Untersuchung verdanken wir Herrn von Condamine,der im Jahre 1737 die nach ihm genannte Cinchona Condaminea zuerst beschrieb.

Um das Jahr 1772 entdeckte Mutis mehrere officinelle Arten in SantaFe und Neugranada. Im Jahre 1779 bestimmten Ruiz und Pavon mehrereArten aus dem nördlichen Peru. In die Jahre 1799 und 1800 fallen die Reisenund Forschungen der Ilrn. Alex. von Humboldt und Bonpland. Es istauffallend, dass man in neuerer Zeit keine Nachrichten aus dem Lande überdieses Heilmittel erhalten konnte.

Cortex Fructus Aurantii. Pomeranzenschale.

Cortex Pomorum Aurantii.

Citrus Aürantium Linn. Citrus vulgaris Decandolle. Aurantiaceae.

Die Rinde der Frucht, aussen gelbbraun, innen schwammigweiss, von bitterem gewürzhaften Geschmacke und angenehmemGerüche.