Buch 
Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
Entstehung
Seite
299
JPEG-Download
 

Cuprum. — Cuprum aceticum. 299

curriren. Das Cubebenpulver ist sehr voluminös und unangenehm einzunehmen.Es möchte deshalb nicht unzweckmässig sein, von den Cubeben ein Extract zubereiten, welches ausser der Pflanzenfaser alle andere Bestandtheile der Cubebenenthielte. Ein solches ist auch schon vor langer Zeit von Dublanc in Vor-schlag gebracht worden. Er lässt erst das ätherische Oel abdestilliren, denausgepressten Rest der Cubeben mit Weingeist ausziehen, die geistigen Tinc-turen abdestilliren und zur Honigconsistenz eindicken, dann das ätherische Oelzusetzen. Ungleich einfacher wäre es, die ganzen Cubeben in dem Extractions-apparate (Pharmaceutische Technik 1. Aufl. 8. 109, Fig. 02, 2. Aufl. S. 127,Fig. 81) mit sehr starkem Weingeist auszuziehen, den Weingeist abzudestilliren,und den Rest auch in dem Wasserbade zur gehörigen Consistenz einzudicken.Ob sich nicht Aether vielleicht noch besser zu dieser Arbeit eignete, musstedie Erfahrung zeigen. Dieses Extract könnte in Pillenforin und in Gallertecap-sulen leicht eingekleidet werden.

Cuprum. Kupfer.

Das Kupfer, als Metall, ist in der Pharmacopoe wohl nur als das Rohma-terial zum Cuprum sulpkuricum purum ausgeführt. Es ist deshalb nicht noth-wendig, über die chemischen oder hüttenmännischen Verhältnisse desselben, diein anderen Werken behandelt werden, Näheres mitzutheilen.

Cuprum aceticum. Essigsaures Kupfer.

Aeruijo cryslallisata. Flores viridis aeris. Acetas cupricus cum Aqua.

Krystallisirter Grünspan.

Ein krystallinisches, blaugrünes Salz, meistentheils hier unddort mit einem, grünen Pulver bedeckt, in vierzehn Theilen kaltenund fünf Theilen siedend heissen Wassers löslich, aus Kupferoxyd,Essigsäure und Wasser bestehend.

Es wird in chemischen Fabriken bereitet. Bewahre es sorgfältig auf.

Das neutrale essigsaure Kupferoxyd wird durch Auflösen von gemeinemGrünspan oder kohlensaurem Kupferoxyd in concentrirtem Essig, Abdampfenund Krystallisiren bereitet. Mit Essigsäure befeuchtetes Kupfer nimmt auchSauerstoff aus der atmosphärischen Luft auf und oxydirt sich. Durch öfteresWiederholen solcher Uebergiessungen mit derselben Essigsäure kann man dengrösseren Theil derselben mit Kupferoxyd sättigen und den Rest freier Säuremit Grünspan abstumpfen und dann ferner krystallisiren.

Die Zersetzung des schwefelsauren Kupferoxyds und essigsauren Bleioxydsgiebt essigsaures Kupferoxyd und schwefelsaures Bleioxyd, von denen das letz-tere als unlöslich sich niederschlägt. Allein bei dieser Zersetzung wird derBleizucker ganz und gar verloren. Zweckmässiger wäre essigsaurer Kalk stattdes Bleizuckers anzuwenden, da hier die Basis wenigstens ganz werthlos ist.Noch ein anderer Grund, das Bleisalz zu vermeiden, ist der, dass schwefelsau-res Blei in essigsauren Salzen nicht ganz unlöslich ist und deshalb der Grün-span mit Bleisalz verunreinigt werden kann. Der krystallisirte Grünspan be-steht aus 1 Atom Kupferoxyd, 1 Atom Essigsäure und 1 Atom Wasser; dieFormel ist also C 4 H, G 3 + Cu 0 -j- II0 == 51 + 40 -f 9 = 100.