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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Extractum Myrrhae.

Dampfbade von 40 bis 48° 14. (50 bis 60° C.) unter beständigemUmrühren zur Dicke des Wermuthextractes verdampfen. Bewahrees sorgfältig auf.

Es sei von grünlicher Farbe, in Wasser nicht löslich.

Das ätherische Seidelbastextract macht einen Bestandtheil zu mehreren Vor-schriften des Gichtpapiers aus. Es wird aber sehr verschieden zu bereiten ge-lehrt. Einige lassen den Seidelbast nur mit Weingeist, Andere nur mit Aether,die Pharmaeopoe zuerst mit Weingeist und das erhaltene Product mit Aetherausziehen. Sowohl das weingeistige als ätherische Extract besitzt bedeutendehautröthende Eigenschaften. Man weiss eigentlich nicht recht, worin die reizendeSubstanz liegt, und aus obigen Gründen entsprechen alle Vorschriften ihremZweck und Jeder hat Recht. Die Seidelbastrinde, wie sie im Handel vorkommt,ist ein sehr festes, zähes, untraetirbares Zeug. Zu jeder Art von Ausziehung,sei es mit Weingeist, Aether, Fett oder Gelen, muss die Rinde nach einerMethode vorbereitet werden, welche man Coldefy-Dorly verdankt. Manschneidet den Seidelbast der Quere nach in schmale Streifchen, befeuchtet sieein wenig mit Weingeist,, und zerstösst sie alsdann in einem eisernen Mörsermit schwerer Keule zu einer faserigen, filzigen Masse, in welcher man keineSpur der vorigen Rinde mehr erkennt. Ohne die Befeuchtung mit Weingeiststaubt der Seidelbast auf eine für den Laboranten höchst beschwerliche Weise.Diese Substanz dient zum Ausziehen, und das blosse minutim concidere derPharmaeopoe reicht nicht entfernt zu einer vollständigen Erschöpfung hin.

Die Pharmacopoea Badensis 1841 enthält ebenfalls ein solches Mezereum-präparat, welches sie Resina Mezerei nennt. Sie lässt es in der folgenden Artbereiten. 8 Pfund Cort. Mezerei sollen in der eben beschriebenen Art auf-gelockert werden und dann erst mit 7 Pfund Spir. Vini rectss. , nachher nochmit 5 Pfund, und zum dritten Male mit 4 Pfund digerirt und ausgepresst werden.Die Tincturen werden gemischt und 3 / 4 des Weingeistes durch Destillation ab-gezogen. Es scheidet sich ein grünes Harz ab. Die Flüssigkeit, auf l / 4 ver-dampft, setzt ein braunes Harz ab. Beide Harze werden vermischt und mitAether digerirt, so lange derselbe davon grün gefärbt wird. Die ätherischenLösungen sollen colirt, der Aether abdestillirt werden, und der Rückstand derDestillation mit schwachem Weingeiste (20° Baumö) ausgezogen werden, wel-cher das grüne Harz unangegriffen zurücklässt. Dieses mit viel Chlorophyllvermengte Halbharz wird zur Darstellung des Gichtpapiers, Charta antarthritica ,in der Art verwendet, dass ein Gemenge von 4 Unzen Schweinefett, 6 Drachmenweisses Wachs, 4 Drachmen Wallrath und 24 Gran des beschriebenen Seidel-bastharzes auf Papier einigemal aufgetragen und durch Erwärmen eindringengelassen werden.

Die Methode rührt ursprünglich von Dnblaue her und ist denn auch mitgeringer Abweichung die in unserer Pharmaeopoe enthaltene.

Es ist nicht zu zweifeln, dass eine einfache Extraction mit Aether in demunter Extractum Cinae aeihereum beschriebenen Apparate auf eine viel einfachereund leichtere Weise dasselbe Präparat gäbe.

Extractum Myrrhae. Myrrhenertract.

Es werde aus der Myrrhe wie Extractum Aloe-s bereitet.

Es sei ein röthlichgelbes Pulver von trüber Lösung in Wasser.