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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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376
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376 Extractum Rhei. Extractum Rhei compositum.

Extract ist zwar nicht ganz löslich in kaltein Wasser, aber doch nur mit einersehr kleinen Trübung.

Weingeist löst den harzigen Bestandtheil sehr leicht auf. Er liefert des-halb auch die grösste Menge Extract, was aber viel weniger wirksame Bestand-theile enthält. Der Extraetabsatz wird von Mehreren für ein Gemenge von Gerbe-stoff und Stärkemehl gehalten, was aber weder feststeht, noch wahrscheinlich ist.

Extractum Rhei. Rhabarberertract.

Es soll aus der Rhabarberwurzel wie das Esclracium Al-sinthii bereitet werden, nur dass statt des siedend heissen Wasserslauwarmes von 32° R. (40° C.) angewendet und das Extract inPulver verwandelt werden soll.

Es sei ein Pulver von braunschwarzer Farbe, in Wasser von rothbrauntrtrüber Lösung.

Bei der Rhabarber findet ein ähnliches Verhalten wie bei Extr. Ratanhaeund Aloes Statt. Es kommt noch hinzu, dass ausser dem Auflösen eines sichausscheidenden Absatzes, viel mehr Schleim durch heisses Wasser gelöst wird,und dennoch im Ganzen weniger Extract durch Abkochen als mittelwarme In-fusion erhalten wird. Aus 10 Unzen Rhabarber wurden durch einen einzigenlauwarmen Aufguss 5 Unzen 6 Drachmen eines in Wasser löslichen, glattenExtractes erhalten, während durch die erste Abkochung nur 5 Unzen einestrüben, schleimigen, zum 'Theil unlöslichen Extractes gewonnen wurden. Eswalten deshalb bei diesem Extracte dieselben Gründe zur Vermeidung höhererTemperatur ob, wie bei dem Extractum Ralanhae, und die Pharmacopoe hatdenselben auch hier richtig nachgegeben. Die Rhabarber, welche ausgezogenwerden soll, darf kein Pulver, selbst nicht einmal gröbliches, vorstellen, sondernmuss in gröbliche Stücke vertheilt sein, von denen der feine Staub bereits ab-geschlagen ist. Bei alle dein wird die Masse noch sehr schmierig und schwerzu pressen. Wenn das erste Auspressen gelungen ist, so hat das zweite keineSchwierigkeit mehr. Um aber das erste bewerkstelligen zu können, hat manin Vorschlag gebracht, die Wurzel mit ausgelaugtem Häcksel oder ausgewasche-nen Sägespänen zu vermengen. Allerdings erleichtern diese das Auspressen,allein mit vorsichtigem, langsamem Zudrücken der Presse und starken, dichtenPresssäcken kommt man auch zum Ziele. Die ausgepressten Flüssigkeiten wer-den durch Absetzenlassen und Abgiesscn geklärt, und unter Anwendung desRührers auf dem Dampfbade eingedickt. Das kalt ausgezogene Extract hält siehauch in Extract- und Pillenmassenconsistenz ganz gut und frei von Schimmel.Wo das Austrocknen nicht absolut nothwendig ist, sollte man es nie befehlen,weil es eine lange dauernde, mühsame Arbeit ist, welche Qualität und Quan-tität vermindert, und durch die Länge ihrer Dauer häufig Gefahr für das ganzePräparat bringt. Die Stärke des Geruches wird durch das Austrocknen immervermindert, und die Beimengung von Staub und Schmutz ist ganz unvermeidlich.

Extractum Rhei compositum ,statt des Extracii catholici (Allgemeines Extract) und panchjmagogi(allen Schleim abführendes Extract).

Nimm: Rhabarber extract drei Unzen,

Aloeextract eine Unze.