Extractvun Taraxaci.
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id I Es sei von rothbrauner Farbe, in Wasser mit brauner Farbe und klar
Die Löwenzahnwurzel soll mit dem Kraute im ersten Frühling gesammeltund muss erst getrocknet werden, ehe die Bereitung des Extractes in Angriffgenommen werden darf.
Nach dem Trocknen folgt das Verkleinern. Das (ranze wird im Stampftrogerecht tüchtig durchgestampft, damit die Wurzeln ebenfalls etwas zerkleinertwerden. Die nicht verkleinerten Stücke schwellen durch den Aufguss wiederan und werden sehr unvollständig ausgezogen. Wenn mau die Wurzeln vornKraute ganz trennen, allein trocknen, zerstampfen und nun durch eine Schrot-mühle gehen liesse, so würden sie noch vollständiger erschöpft werden können.
Die Pharmaoopoe lässt das Extract durch siedendheisse Infusion bereiten.Ich kann diesem Verfahren nicht unbedingt beitreten. Im Sommer 1847 habeich eine sehr unangenehme Erfahrung damit gemacht. 70 Pfund trockenenKrautes mit der Wurzel wurden in Arbeit genommen und in dem Pressfasse(Pharin. Technik 1. Aufl. S. 95, Fig. 55; 2. Aufl. S. 112, Fig. 74) mit siedend-heissem Wasser infundirt, und am folgenden Tage noch warm ausgepresst. DieFlüssigkeit war klar und stark gefärbt. Es dauerte aber nicht lange, so fingPectin an sich auszuscheiden, und die ganze Flüssigkeit gestand zuletzt zu einerGallerte. Von nun au war Alles nichts als eine Reihe von Unannehmlichkeiten.Mit vieler Mühe und vielem Verluste an Zeit und Substanz brachten wir end-lich das Extract zu Stande, aber auch mit dem festen Entschlüsse, nie mehrheisses Wasser zum Ausziehen anzuwenden. Nicht jedesmal ereignet sich die-ses, allein es kommt doch vor und auch schon Anderen ist dies passirt. Es istvortheilhafter, ein Drittheil des Extractes verloren zu geben, als sich mit demPectin herumzuschlagen. Diese schlotterige Substanz setzt sich nicht ab, lässtsich nicht pressen. Sie ermüdet zuletzt jede Ausdauer. Beim kalten Auszugefindet dieses nicht Statt, das Extract ist sehr schön und in Ausbeute kaum ge-ringer. Ich kann demnach das Ausziehen mit gewöhnlichem kalten Wasserempfehlen. Die erste Flüssigkeit ist ganz klar, setzt aber beim Erhitzen imDampfbade Pflanzeneiweiss ab und muss einmal colirt werden. Die Flüssig-keiten setzen durch die Wasserentziehung bis zuletzt Erdsalze ab. Aus diesemGrunde ist die einmalige Wiederauflösung wie bei Exlraclum Graminis vorge-schrieben. Ohne diese zweite Lösung bringt kein Absetzenlassen und Colirenein glattes Extract zu Stande. Bei jedem ferneren Abdampfen schieden sicheinmal grosse Mengen eines hellbraunen Absatzes ab. Sie wurden gesammeltund untersucht. Sie wogen über ein Pfund im trockenen Zustande. Sie liessensich nicht verbrennen, sondern wurden grau und schmolzen auch nicht. Siewurden geglüht, in Salzsäure gelöst und mit Ammoniak gefällt, und blendend-weisser phosphorsaurer Kalk fiel in dicken Flocken nieder. Es schien mir nunnicht länger wunderbar, woher Ochsen und Kühe die Substanz zu ihren Kno-chen nehmen, da aus dem Safte der gemeinsten Wiesenblume sich dieser Körperpfundweise absetzte.
Eine frühere Methode, das Extract durch Auspressen des frischen zerstos-senen Krautes darzustellen, ist wegen ihrer Unergiebigkeit und der anderenWiderwärtigkeiten bei der Bereitung mit Recht ganz ausgegeben worden.
Ueber den Unterschied der Wirksamkeit des von der Frühjahrs- oderHerbstpflanze bereiteten Extractes liegen keine Erfahrungen vor. Bley *) giebtan, das Frühjahrsextract enthalte wenig Zucker und schmecke bitterlich, dasHerbstextract enthalte viel Zucker und schmecke fast nur süss. Aus meinen
') Archiv der Pharmacie XXXVII, 275.