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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Ferrum pulveratum.

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Ferrum pulveratum. Gepulvertes Eisen.

Limatura Martis praeparata.

Es sei der feinste Staub, aschgrau, von metallischem Glanz, von Kupfer frei.Bewahre es in einem wohl verschlossenen Gefässe.

Dieses Präparat wird durch starkes Stössen einer reinen, rostfreien Eisen-feile dargestellt. Die Eisenseile wird zuerst stark gerieben oder geschüttelt, umkleine Spuren von Rost loszulösen und zu entfernen. Man schlägt sie vor demFeinstossen auf einem Siebe ab, oder schwingt sie auf einer Mulde rein. Nunzieht man mit einem Magnetstabe die reine Eisenfeile aus, welche zum Stössenbestimmt ist. Diese wird in kleinen Mengen auf den Boden des eisernen Mör-sers verbreitet und mit kräftigen Schlägen einer schweren Keule gestossen. DasEisen ist zwar ein dehnbares Metall, allein durch mechanische Gewalt, starkesStössen, Hämmern, Beugen, Drahtziehen und dergleichen werden auch die dehn-baren Metalle spröde und lassen sich zerbrechen und trennen. Die Eisenstäub-chen werden erst unter der Keule platt, nachher trennen sie sich in viele Par-tikelehen. Es wird abgeschlagen und neue Feile in den Mörser gegeben. Zu-letzt wird das Pulver einmal gebeutelt. Um ihm metallischen Glanz zu geben,wird es in einem glatten Mörser unter starkem Drucke zerrieben. Man hatauch vorgeschlagen, das feine metallische Eisen durch Reduction aus Oxyd mitWasserstoffgas herzustellen. Diese Methode ist mit Recht als nicht allgemeinausführbar von der Pharmacopoe nicht ausgenommen worden. Diese Reductionkann in einem Flintenlaufe geschehen. Das Oxyd wird durch Fällen von Chloridmittelst Ammoniaks oder kohlensauren Natrons dargestellt, gut ausgewaschen,getrocknet und zu gröblichem Pulver zerrieben. Die Gasentwickelung wird ausZink und Schwefelsäure hergestellt und das Gas durch eine Chlorcalciumröhregeleitet. Der Flinten lauf liegt in einem passenden Ofen mit Schlitz, und wirdzur hellen Rothglühhitze gebracht, während die Gasentwickelung eingeleitetwird. Sie wird so lange fortgesetzt, als noch Wasserdämpfe sich zeigen. Sehrviel hängt vorn Treffen der richtigen Temperatur ab. Bei zu schwachem Glühenist die Reduction unvollständig, bei zu starkem sintern die Eisentheilchen zuschmiedbaren Plättchen zusammen. Das geglühte Eisen ist ein kräftiger Pyro-phor, besonders wenn es im Wasserstoffgas erkaltet ist und sich damit impräg-nirt hat. Man lässt erkalten und leitet einen Strom trockenes, kohlensauresGas durch die Röhre. Dann leert man das Pulver in ein trockenes, gut schlies-sendes Glas aus. Diese Methode ist etwas sehr umständlich, erfordert vieleApparate, die sich nicht in jeder Apotheke, und Erfahrung und Uebung, diesich nicht bei jedem Apotheker finden. Sie hat den Zweck, ein ganz kohlen-freies Eisen zu liefern, indem das auch nur wenig kohlenhaltige Schmiedeeisenmit dein sauren Magensaft ein unangenehmes Aufstossen veranlasst. Gusseisendarf in keinem Falle genommen werden. Bei dem Reichthum anderer, sehrleicht löslicher Eisenpräparate ist es kaum nöthig, diesem Präparate eine grös-sere Aufmerksamkeit zu schenken.

Das Eisenpulver ist auf einen Gehalt an fremden Metallen zu untersuchen.Es kann Kupfer enthalten, wenn es aus kupferfeilehaltiger Eisenfeile dargestelltist. Beim Auflösen in verdünnter Schwefelsäure würde das Kupfer zurückblei-ben und nach dem Abgiessen sich durch Salpetersäure lösen lassen. DieseLösung wird mit den bekannten Reagentien auf Kupfer, Ammoniak, Blutlaugen-salz, Eisenstab geprüft. Auch kann man in Salpetersäure heiss lösen und mit