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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Fruetus Citri.

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innen hohle, zwei bis dreifächerige Beerenfrucht, mit plattgedrück-ten weissen Samen, von brennend pfefferartigem Geschmacke.Eine einjährige Pflanze, im mittleren Amerika einheimisch, beiuns angebaut.

Die in Westindien einheimische Frucht wird auch bei uns in Gärten gebaut.Sie wird in Ländern, wo eine stärkere Würzung der Speisen üblich ist, auch inder Küche als Gewürz gebraucht. Nicht der Wohlgeschmack, sondern der Aber-glauben , dass man durch solche brennende Gewürze den Magen zu grösserenLeistungen stärken könne, hat ihre Anwendung in der Küche bedingt. In derPharmacie wird der spanische Pfeffer fast gar nicht gebraucht. Er gehört zurPentandria Monogynia , Cl. V Ord 1.

Fruetus Citri. Zitronen.

Poma Citri.

(JitruK TÄmonum Decandolle. Aurantaceae.

Ueber den Baum vergleiche Cortex Fruetus Citri (S. 294). Die Fruchtselbst ist allgemein bekannt. Sie dient in der Officine zur Bereitung des Suc-cus Citri, welcher denn auch zum Citronensaftsyrup und zu Saturationen ge-braucht wird. Der Succus Citri recenter expressus wird meistens verordnet.Kommt man dieser Vorschrift wörtlich nach, so hat man die Citrone frisch aus-zupressen. Man schneidet sie in zwei Theile und presst die einzelnen Hälftenin einer Handpresse von Holz tüchtig durch. Bei grösseren Mengen stösst mandie Citronen in einem marmornen oder porcellanenen Mörser und presst ausneuen, vorher frisch ausgewaschenen Presssäcken aus. Der Saft ist immeretwas trübe, und kann ex tempore nur colirt, aber nicht filtrirt werden. In die-sem Zustande hält er sich nicht lange, weil er stickstoffhaltige Materien ein-schliesst, welche den Anfang des Verderbens bewirken. Um ihn besser zu erhal-ten, erwärmt man ihn im Dampfbade bis zum Coaguliren, filtrirt ihn in kleineFlaschen von 3 bis 4 Unzen Inhalt, verschliesst diese mit einem Korke undChampagnerknoten (Pharm. Technik 1. Aufl. Fig. 211 bis 217 8. 204 2. Aufl.S. 325 Fig. 280), bringt sie verschlossen in ein Gefäss mit kaltem Wasser undlässt sie darin allmählig bis zum Sieden des äussem Wassers erwärmen und auchdarin wieder erkalten. Der Saft, in dieser Art nach Apperts Methode behan-delt, hält sich sehr lange, und die einzelnen angebrochenen Flaschen werdenschneller verbraucht, als wenn man grosse Flaschen damit füllte und angebro-chene mit Luft gestillt lassen müsste. Bei alle dem ist der Citronensaft, wo ernicht häufig in der Receptur abgeht , ein lästiges und unsicheres Mittel. Manbereitet ihn in diesem Falle, wie man auch den Punsch aus Citronensäure dar-stellt, aus reiner Citronensäure. Für 3 Unzen Succus Citri nehme man 100 GranArid. citric. cryst. und ergänze bis zu 3 Unzen mit destillirtem Wasser. Einedirecte Analyse frischen Citronensastes hatte nämlich gezeigt, dass er 7 Procentkrystallisirte Säure enthält (siehe Pharm. Technik 2. Aufl. 8. 403). Die damitgemachten Saturationen werden sehr klar, ohne alle Flocken. Wollte man denGeruch der Citrone dabei haben, so würden 2 bis 3 Gran Etaeosaccharum Citri,aus Citronenschalen durch Abreiben bereitet, vollkommen ausreichen.