4si0 Ilydrargyrum bichloratum corrosivum.
medicinische Anwendung scheint demnach nicht in diesen beiden Präparaten zuliegen, wenn sie sich auch verschieden gegen die Wärme verhalten. Um eingleichbleibendes Präparat zu erhalten, dessen chemische Mischung einen be-stimmten Begriff gestattet, ist die jetzige Vorschrift der Pharmaeopoe der älte-ren vorzuziehen. Versuche von Krug *) haben gezeigt, dass die Niederschlagemannigfaltig in ihrer Zusammensetzung je nach der Temperatur, Concentrationder Flüssigkeiten, Natur des Fällungsmittels variiren, und dass es nicht möglichist, nach der ältern Methode gleichbleibende Producte zu erhalten.
Ilydrargyrum bichloratum corrosivum.Aetzender Quecksilbersublimal.
Ilydrargyrum muriaticam corrosivum. Mercurius sublimatus coirodms.
Bicldoretum Ilydrargyri.
Nimm: Gereinigtes Quecksilber ein Pfund.
Bringe es in eine gläserne Retorte und giesse hinzu
rohe Schwefelsäure ein und ein halbes 'Pfund.
Nachdem eine Vorlage angefügt ist, welche Wasser enthält,setze die Retorte im Sandbade dem Feuer aus, bis nacH der Ent-wickelung der schwefligen Säure und der Abdestillation des Was-sers und der Schwefelsäure der Inhalt vollständig in eine trockeneweisse Masse verwandelt sein wird. Diese zerreibe und mischesie mit
einem gleichen Gewichte trockenen Kochsalzes.Dann sublimire aus einer mit weitem Halse versehenen gläsernenRetorte, die nur zum dritten Theile angefüllt und in Sand gelegtist, und an welche eine Vorlage ohne Verhütung angelegt ist, an-fänglich mit gemässigtem Feuer, nachher aber, wenn das Wasserund die anfänglich auftretende Salzsäure ausgetrieben sind, mitallmählig verstärktem Feuer. Den Sublimat sammle mit der gröss-ten Sorgfalt, und bewahre ihn in gläsernen Gelassen ebenso sorg-fältig auf.
Es sei eine krystallinische, weisse, schwere, im Feuer vollkommen flüchtigeMasse, in seehszehn Theilen kalten, in drei Theilen siedend heissen Wassers,in zwei und einem halben Theile höchst rectificirten Weingeistes, so wie auchin drei Theilen Aether löslich.
Die Pharmaeopoe hat hier den Sublimat wieder unter den Präparaten auf-genommen, während sich in der Wirklichkeit die Praxis herausgestellt hat, dassdieser gef ährliche Körper nur aus grösseren chemischen Fabriken bezogen wird.Insofern diese Vorschrift den Apotheker nicht nöthigt, den Sublimat auf jedenFall selbst herzustellen, da er ebenfalls in der Tafel A (S. 273 des lateinischenTextes) enthalten ist, mag die Sache hingehen. Im anderen Falle wäre sie ein
’) Archiv der Pharmacie. Neue Reihe Bd. 42 8. 1.