24
Kali carbonicum purum.
in zu grossen, indem dadurch die Hitze zu stark steigt, wodurch Kali mit deuDämpten weggesehleudert wird. Am zweckmässigsten bedient man sich einesgusseisernen Grapens, um die Deflagration vorzunehmen. Die Menge der Phar-macopoe ist ganz zweckmässig. Will man mehr machen, so sticht man denlockern kohligen Kuchen aus dem Grapen heraus und wiederholt die Arbeitmit einer neuen Menge. Den Grapen kann man während des Verglühens miteinem gusseisernen Deckel bedecken. Das Gemenge lässt sich mit einem starkglühenden Stücke Eisen entzünden. Am Anläng versagt die Entzündung otteinigemal, dagegen schreitet sie nachher, wenn die Gluth etwas gewachsen istohne Unterbrechung l'ort. Die ausgebrannte Masse ist ein lockeres, nur leichtzusammenhängendes schwarzgraues Skelett, welches beim Bespritzen oder Be-giessen mit Wasser stark zusammensinkt. Ehe man die Auslaugung vornimmthat man sich zu überzeugen, ob die ganze Masse vollkommen durehgebranntist, und ob nicht am Rande oder am Roden halbverkohlte Theile sich befindenwelche beim Auflösen unter dem Einfluss des kohlensauren Kalis der Flüssigkeiteine braune Farbe ertheilen. Um dies in jedem Falle zu vermeiden, ist dasZweckmässigste, schon während des Abbrennens oder gleich nachher den Bodender Pfanne bis zum Glühen zu erhitzen, wodurch die sonst durch die Kälte desGelasses der Verbrennung entgehenden Theile ebenfalls vollständig zersetztwerden. Man zerreibt nun die kohlige Masse mit destillirtem Wasser undbringt alles auf ein Filtrum, auf welchem man die Kohle durch Bespritzen mitdestiüirtem Wasser auswiischt. Die ablaufende Flüssigkeit fängt man in einerporeellanenen Schale auf, dampft sie auf gelindem freiem Feuer zur staubigenTrockne ein und bringt die pulverige Masse noch warm in ein gläsernes Be-sass, welches dicht zu verschliessen ist.
Unter Tartarus depuratus versteht die Pharmaeopoe unstreitig hier denje-nigen , der nach Seite 243 des lat. Textes von Kalk gereinigt und zum umpharmaceuticus bestimmt ist. Unter der Voraussetzung, dass dieser wirklichgenommen ist, enthält die ausgelaugte Weinsteinkohle keinen oder nur einesehr kleine Menge von kohlensaurem Kalke, und braust deshalb, mit Säurenübergössen, nur wenig oder gar nicht auf. Ungleichen enthält die Lösung kei-nen Kalkgehalt und kann in dieser Beziehung ohne Weiteres eingedampft undfertig gemacht werden.
Hat man aber käuflichen Weinstein zur Bereitung des kohlensauren Kalisangewendet, so braust die ausgelaugte Weinsteinkohle mit Säuren lebhaft auf,und die Lösung des Salzes enthält ebenfalls Antheile von Kalk. Derselbe wirdjedoch darin nicht direct durch Zusatz von kleesaurcn Salzen angezeigt, son-dern erst wenn man das kohlensaure Kali mit Essigsäure neutralis rt hat. Manstellt deshalb die Prüfung auf Kalk am besten in der Art an, dass man dasSalz mit Essigsäure zersetzt, nun noch etwas eindampft, und alsdann die Lö-sung eines kleesaurcn Salzes zusetzt. Diese Erscheinung ist sonderbar undscheint folgende Erklärung zuzulassen.
Wenn man reines Chlorcalcium mit überschüssigem kohlensaurem Kalifällt, so enhiilt die absiltrirte Flüssigkeit namhafte Spuren von Kalk, indem derfrisch gefällte kohlensaure Kalk ungleich löslicher als der bereits erhärtete odergeglühte ist. In dieser Lösung ist kohlensaurer Kalk mit kohlensaurem Kalizu einer löslichen Verbindung vorhanden, und in dieser Verbindung ist daskohlensaure Kali der basischere, der kohlensaure Kalk der mehr saure Be-standtheil. Soll aber ein Kalksalz durch ein kleesaures Salz zersetzt werden,so muss der Kalk in derjenigen basischen Stellung darin vorhanden sein, inwelche er bei der neu zu bildenden Verbindung, dein kleesaurcn Kalke, eintre-ten soll. In der obigen Verbindung ist er aber als saurer Bestandtheil vor-handen, und er kann deshalb mit dem kleesaurcn Salze, gegen dessen Säure