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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Iiichen Islandicus.

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denselben Körper als Grundlage haben; dagegen ist das Holztheer-Kreosot alsein ganz anderer Stoff zu betrachten, dessen Siedepunkt bedeutend höher liegt.

Wenn es sieh darum handelt, zu entscheiden, ob ein (in Handel vorkom-mendes und für Kreosot ausgegebenes Product Carbolsäure ist, oder dieselbebeigemischt enthält, so giebt allerdings der Siedepunkt den sichersten Ausschluss.Noch einfacher ist es aber, das Product mit Eisenchlorid und gewöhnlichemAcet. concentratum zu prüfen. Bei Gegenwart von Carbolsäure bewirkt Eisen-chlorid stets eine blau-violette Färbung und hinterher weissliche Trübung, undEssigsäure löst in gelinder Wärme die Carbolsäuru vollständig auf. Aus Buchen-holztheer bereitetes Kreosot wird durch Eisenchlorid nicht verändert und vongewöhnlicher concentrirter Essigsäure auch in der Wärme nur theilweise auf-gelöst. Für den Geübten ist der Geruch allein schon entscheidend.

Liehen Islandicus. Isländisches Moos.

Cetraria islandica Acharii. Lichenosae.

Ein aufrechtes, blattartiges, mannigfach eingeschittenes, ge-franstes Trieblager ( thallus ), trocken häufig rinnenförmig, oberhalbbraun, unterhalb weisslich, häufig mit blutrotheu Flecken besetzt,von bitterem, schleimigem Geschmacke. Es wächst in den höch-sten Gebirgen von Schlesien, Thüringen und des Harzes und wirddort gesammelt.

Das isländische Moos wird auf den Hochgebirgen Schlesiens und Thürin-gens gesammelt. Verwechselungen kommen nicht leicht vor, wenn sie auch mög-lich sind. In der Offiein wird das Moos im geschnittenen Zustande vorräthiggehalten, in welchem es theils zu Species, theils zur Bereitung eines Decoetesund einer Gelatina verwendet wird. Man verkleinert dasselbe in dem Stampf-troge (Pharmaceutische Technik, I. Aufl. 8. 232, Fig. 180, II. Aufl. 8. 267. Fig.218) und schlägt es durch ein Speciessieb. Die Pharmacopoe sagt nichts voneiner Entfernung des bitter schmeckenden Stoffes, und es ist demnach dies zubeachten, indem eine solche vorläufige Reinigung an vielen Orten üblich war.Sie war besonders von Berzelius empfohlen und bestand darin, dass man dasMoos zerhackte und mit einer Lösung von 1 Unze kohlensauren Kalis in 18Pfund Wasser übergoss. Das Gemenge wurde 24 Stunden lang stehen gelassen;dann wurde in Körben ablauten gelassen und das gut abgetröpfelte Moos, nach-dem es mit kaltem Wasser abgespritzt war, getrocknet Ein Auspressen ist un-zulässig, weil sich eine Menge Moosstärke losgelöst hätte, die nur locker an-haftete, und durch jede mechanische Gewalt davon losgerissen worden wäre.Der Hauptbestandtheil des isländischen Mooses scheint die Moosstärke zu sein,welche nach Berzelius, von dem die beste Untersuchung herrührt, 44% Proc.ausmacht. Sie wird durch Auskochen des entbitterten Mooses und Eindampfendes Decoetes erhalten Die klare geseihte Flüssigkeit zieht während des Ein-koehens eine Haut, die man durch Rühren immer zerstören muss. Endlich ge-steht alles zu einer grünlichen Gallerte, aus der das Wasser langsam ausläuft.Aul Löschpapier lässt sich ebenfalls alles Wasser herausziehen. Vollkommenausgetrocknet ist die Moosstärke schwarz, knochenhart und im Bruche glasig.Sie wird in diesem Zustande nicht gebraucht, ist jedoch in allen Bearbeitungendes Mooses zu Decocten, Gelatinen und Chokolade enthalten.