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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Liquor Ainrnoniaci caustici.

Fig. 16.

ration und des endlichen Eintrocknens der Masse. Da die Korkstopfendurch die Ammoniak- und Wasserdämpfe sehr erweicht werden, so istauch eine solidere Befestigung der ersten bleiernen Leitungsröhre zu wün-schen. Beide Verbesserungen sind in dem folgenden Apparate (Fig, ig) an .gebracht.

Der Deckel enthält in seiner Mitte eine Stopfbüchse, welche mit in Tabgetränkten Hanfzöpfen gedichtet ist. Eine in der Mitte durchbrochene Schraubelässt die cylindrische Bohrstange hindurch und erlaubt ihr bei vollkommen luft-dichtem Schlüsseeine drehende Be-wegung. Die Rühr-Stange sitzt anfangsnoch nicht auf demBoden des Gefässes,sondern dringt erstallmählig im V erh'ält-niss, als die Sub-stanzen flüssig wer-den, in dieselbe hin-ein. Man fühlt dies,wenn man die Stangean ihrem Griffe zudrehen versucht. DieEinwirkung wirddurch Bewegung derRührstange äusser-ordentlich beschleu-nigt, und man darfanfänglich nur dannund wann eine kleineBewegung machenund muss jedesmalabwarten, bis dieneuen in Berührunggekommenen Sub-stanzen sich wiederabgearbeitet haben.Bei jeder frischenBewegung sieht man

an den stürmischer übergehenden Gasblasen die Wirkung des Zusammenkom-mens neuer Stoffe. Wenn alle Kalkstücke vollkommen zerfallen sind, ist dieRührstange bis auf den Boden gesunken, und man setzt nur die Bewegung undHeizung so lange fort, bis sich die Masse wieder als trockenes Pulver anfühlt.Das Gefühl der Hand ist hierbei sehr fein und vollkommen zuverlässig. Esist ein Vortheil dieses Rührens, dass die Substanzen in viel kürzerer Zeit sichvollkommen zersetzen, dass alle Theile des Gemenges in Wechselwirkung kom-men, und dass das Gemenge im pulverig klumprigen Zustande zurückbleibt,in welchem es sich sehr leicht aus dem Gelasse entfernen lässt. Für Solche,welche grössere Mengen von Ammoniak nur für den Handel bereiten, ist es injedem Falle anzurathen, sich dieser Rührvorrichtung zu bedienen.

Im Falle die Rührstange durch die Mitte des Apparates geht, muss ein an-derer Schluss des Deckels angenommen werden. In der Figur sieht man, wieder Deckel durch Schrauben mit Flügelmuttern angezogen wird. Die Schrau-

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