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Liquor Fern sesquichlorati.
weiter gegangen, indem sie die bereits einmal erstarrte Masse als Ganzes wiederzu lösen vorschrieb. Ich trage, aus welchem Grunde man überhaupt ein An-schiessen eines Salzes veranlasst, als um die Mutterlauge davon zu trennen. Sowie das Erstarren hier vorgeschrieben wird. hat. es ganz und gar keinen Sinn.
Die Pharmacopoe schreibt vor, dass von diesem Salze eine Lösung vonhohem specifischen Gewichte vorräthig gehalten werde. Dies ist ein Fehler.Eine Salzlösung vorn specif. Gewicht 1,5 krystallisirt, immer nach einer gewissenZeit in einem kühlen Raume. Man hat alsdann im Standgefässe Krystalle undund Lösung. Aus einer solchen Flüssigkeit von 1,5 specil’. Gewicht war viel Salzherauskrystallisirt. und die überstehende Salzlösung, die doch noch gesättigt seinmusste, zeigte nunmehr das specil. Gewicht 1,49. Es lässt sich also diese Lösungohne Veränderung gar nicht aufbewahren. Eine Lösung von 1 Xhl. Salz in!4 Thl. Wasser hat das specil. Gewicht 1,41; in % Thl. Wasser 1,335; in 1 TU.Wasser 1,283; in 1*4 Thl. 1,219 und in 2 Thln. Wasser 1,180 specil Gewicht.Wenn demnach überhaupt eine Lösung gehalten werden soll, so schlage ich vor,gleiche Theile Salz und Wasser zu nehmen und das specif. Gewicht auf 1,283 fest-zusetzen. Aus dieser Lösung krystallisirt nichts heraus.
Allein es ist fraglich, ob überhaupt eine Lösung dieses Salzes als olficinellaufzunehmen sei. Ich stimme dagegen. Das Salz ist so ungemein löslich, dass mansich jederzeit aus dem festen Salze, welches eine ganz bestimmte Zusammen-setzung hat, eine Lösung von bestimmtem Gehalte verschaffen kann. Zu demSpiritus Ferri chlorati aetkereus (ßestuschef’s Nerventinctur) ist es zweckmäs-siger, das feste Salz als solches und keine Lösung zu nehmen. Zu allen ande-ren Präparaten, wobei es angewendet wird, als Fexrum hydricum in aqua, Li-quor Ferri acetici , wird auch die Lösung nach der Vorschrift der Pharmacopoestark verdünnt, es ist also ganz überflüssig, eine so sehr concentrirte Lösungvorräthig zu haben. Ein festes Salz kann man viel schärfer abwägen, als eineFlüssigkeit tariren, weil man vorn Salze leichter abnehmen und zugeben kann,als dies beim Tariren einer Flüssigkeit üblich und möglich ist.
Die Eisenchloridlösung von dem geforderten hohen specif. Gewichte ist einegelbbraune, etwas dickliche Flüssigkeit. Sie zeigt alle Erscheinungen eines Eisen-oxydsalzes. Ein Gehalt von Schwefelsäure wird nach der Verdünnung mit Was-ser durch Chlorbaryum angezeigt, indem alsdann ein weisser Niederschlag ent-steht. Um Kalk aufzusuchen, fällt man eine kleine Menge der Flüssigkeit mitAmmoniak, filtrirt und setzt dem Filtrate ein kleesaures Salz zu. Ein weisserfütternder Niederschlag zeigt Kalk an.
Im festen Zustande ist es ein tief gelb gefärbtes, in Krusten und warzen-förmigen Anhäufungen krystallisirtes Salz von bestimmter Zusammensetzung.Es zerfliesst ziemlich leicht, ist sehr löslich in Wasser, Weingeist und Aether,und hinterlässt, wenn es rein ist, beim Lösen keinen Rückstand. Es besteht aus2 At. Eisen (50), 3 At. Chlor (100,2) und 12 At. Wasser (108), hat also dasAtomgewicht 270,2. Seine Zusammensetzung ist an der oben“ angeführten Stellevon mir ermittelt und mitgetheilt worden.
Dieses Salz schmilzt sehr leicht in der Wärme. In einem verschlossenesGlase im Wasserbade erwärmt, zeigte sich schon anlangendes Schmelzen bei32° R. (40" C.). Bei 40" R. (50" C) schmolz es vollständig zu einer klaren,tief braun gefärbten Flüssigkeit. Das specif. Gewicht derselben zeigte sieb,als sie am Boden eben anfing zu krystallisiren, zu 1,068. Beim Krystallisirenzog sich die Flüssigkeit bedeutend zusammen, und als das Gefäss bis an dieMarke immer wieder mit geschmolzenem Salze nachgefüllt wurde, konnte dasspecif. Gewicht des Salzes selbst bestimmt werden. Es fand sich zu 1,82,also eigentlich nur um 0,285 höher als die Lösung der Pharmacopoe. Bei dieserkleinen Differenz des specif. Gewichts der Lösung vorn Salz ist dieses Kriterium