Natrum carbonicum crudum.
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Natrum carbonicum crudum.
Rohes kohlensaures Natron.
Sal Sodae crudus. Alkali minerale crudum. Carbonas nairicus cum\Aqua crudus. Rohes mineralisches Laugensalz.
Ein Salz in krystallinischen, weissen, durchsichtigen, an derLuft verwitternden Stücken, von laugenhaftem, etwas kühlendemGeschmack, in zwei Theilen kalten und gleichen Theilen siedendenWassers löslich, aus Natron, Kohlensäure und Wasser bestehend,häufig mit schwefelsaurem Natron, Kochsalz und Schwefelnatriumvermischt. Es wird in chemischen Fabriken bereitet. Das mitMetallen verunreinigte soll verworfen werden.
Man könnte zweifelhaft werden, was für ein Salz die Pharmacopoe hiermeinte. Indem sie es krystallinisch nennt, würde man es für das gewöhnlichekrystallisirte kohlensaure Natron mit 10 At. Wasser halten; da es aber häufigSchwefelnatrium enthalten soll, würde man es für das ohne Krystallisation zurTrockne eingekochte Salz halten, welches unter dem Namen calcinirte Soda vor-kommt. In dem krystallisirten Salze habe ich niemals Schwefelnatrium gefunden.
I Das Synonymen Carbonas natricus cum Aqua mag den Ausschlag geben, dass( das zehnfach gewässerte Salz darunter zu verstehen sei.
Das rohe kohlensaure Natron wird nur in chemischen Fabriken gemacht.Der dabei befolg! e Process füllt ein grosses Capitel in der technischen Chemieund gehört offenbar nicht in die pharmaceutische. Wir verweisen auf Knapp’si Lehrbuch der chemischen Technologie 1. Bd S. 225, wo alles dahin Gehörigein lichtvollem Vortrage gelehrt wird. Da das rohe kohlensaure Natron die imI Texte genannten Verunreinigungen, mit Ausnahme des Schwefelnatriums, fastI immer enthält und enthalten darf, so überheben wir uns der näheren Prüfungs-| Methode, die übrigens dieselbe ist, wie bei dem gereinigten Salze.
Bei dieser Gelegenheit will ich darauf aufmerksam machen, dass es vonpecuniärem Nutzen ist, sich der oben erwähnten calcinirten Soda zu pharmaceu-tischen Arbeiten des Laboratoriums zu bedienen. Dieselbe erscheint als einweisses oder graues Pulver im Handel und hat einen wechselnden Gehalt vonreinem kohlensauren Natron. Es ist deshalb wichtig, ihren Procentgehalt an] reinem Salze zu kennen. Man bestimmt ihn durch den Verlust der Kohlensaurebei der Zersetzung mit Säuren oder durch das alkalimetrische Verfahren. Wenn| man 2,41 Gramme Soda abwägt, so entspricht jedes Centigramm (0,01) entwi-^ ebener Kohlensäure einem Procente wasserleeren kohlensauren Natron. Wäredas Salz absolut rein und wasserfrei, so würde es 100 Centigrammen oder1 1 Gramm Kohlensäure ausgeben.
Eine solche gute Soda des Handels enthält 80 bis 85 Procent reines was-serleeres kohlensaures Natron, während das krystallisirte Salz bei chemischerReinheit nur 37 Procent enthalten kann , indem darin nahe 03 Procent Krystall-wasser enthalten sind. Da es nun bei diesem Salze lediglich auf den Gehalt anchemischer alkalischer Affinität ankommt, so ist einleuchtend, dass man bei An-wendung der calcinirten Soda, wenn ihr Preis nicht ihrem Gehalte entsprechendhöher steht, vortheilhaft arbeiten kann. Der Preis der calcinirten Soda ist abernicht ihrem Procentgehalt entsprechend höher, weil die Entfernung der fremden