Unguentum Basilicum. 389
die vorliegenden durch Formen einer bereits fertigen Masse dargestellt. Zunächstwird ein sehr schöner und zarter Traganthschleim dargestellt. Hierüber siehe denvorigen Artikel nach. Der Zuckerzusatz zum Traganthpulver ist hier der Na-tur der Sache nach vollständig erlaubt. Nachdem der Schleim fertig ist, wirdder Zucker mit demselben vermengt und durch starkes Kneten eine zähe plasti-sche Masse dargestellt. Dieselbe soll nun in 4gränige Pastillen geformt werden.Zu dieser rein mechanischen Arbeit giebt es verschiedene Yerfahrungsarten.Gewöhnlich wiegt man 2 Drachmen Masse ab, rollt sie zur Länge der Düsen-maschine aus, und drückt die dreissig Einschnitte der Pillenmaschine daraufab. Die nach diesen Abdrücken mit einem Messer abgeschnittenen Stückchenwerden rund geformt und gewöhnlich mit einem radförmig gekerbten Stopfentrochiscirt. Um ihnen hierbei eine runde Gestalt und gleiche Grösse zu erhal-ten, giebt man dem gekerbten Stopfen einen hölzernen Stiel, und steckt ihn ineine Blechröhre von dem Durchmesser des Stopfens selbst. Nachdem man mitdiesem Röhrchen eine solche 4gränige Pille eingeschlossen hat, drückt man mitdem gekerbten Stopfen in die Röhre hinein und prägt dadurch das Pastillchenzugleich von der Seite und von oben. Nach dem Aufheben schiebt man denStopfen mit seinem Stielchen hindurch und löst das Pastillchen los. Wenn diegeformten Pillen an der Luft etwas abgetrocknet waren, so geschieht dies Ab-lösen ganz leicht. Sind aber die Pillen zu nass, dass man sie mit Zuckerpul-ver oder Stärkemehl bestreuen muss, so drücken sich die Rädchen schlecht aus,die Form füllt sieh mit Zucker und die Arbeit geht schlecht fort. Es gehörtüberhaupt etwas Uebung und Handfertigkeit zum guten Erfolg bei dieser Arbeit.
Eine andere Methode der Bearbeitung besteht darin, dass man den fertigenTeig mit einer Walze nach Art des Nudelteigs ausrollt und mit einem rundenBlechröhrchen die platten Pastillchen aussticht. • Man muss alsdann eine Probemachen, ob das ausgestossene Scheibchen gerade 4 Gran wiegt, und nöthigen-falls den Teig noch dünner rollen, bis er dieser Bedingung entspricht. Die dazunöthigen Werkzeuge und Handgriffe sind in der zweiten Auflage meiner pharma-ceutischen Technik, Seite 313 und ff. genau beschrieben.
Andere treiben den plastischen Teig mit einer Spritze durch eine rundeOeffnung und schneiden davon Stückchen von einer solchen Länge ab, dass siegerade 4 Grane wiegen. Diese stellen dann meistens cylindrische Körperchendar, die mehr hoch wie breit sind.
Unguentum basilicum. Bastlicumsalbe.
Nimm: Olivenöl drei Pfund,gelbes Wachs,
Colophonium,
Hammeltalg von jedem ein Pfund,gemeinen Terpenthin ein halbes Pfund.Nachdem diese in gelinder Wärme geschmolzen sind, so colire.Sie sei von gelbbrauner Farbe.