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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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399
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Vinum camphoratum. 399

felsäure in ein Salz verwandelt, dieses in Wasser gelöst und nach dem Piltrirenmit Ammoniak gefällt. Das Auswaschen bezweckt, das gebildete schwefelsaureAmmoniak zu entfernen.

Man erhält auch durch andere Reihenfolgen der Operationen weisse pul-verige Niederschlage, dieselben sind aber nicht immer reines Veratrin, wennnicht die nöthigen Reinigungen vorangegangen sind. Da das Veratrin nichtkrystallisirt, so ist es nicht möglich, seine vollständige Reinheit durch das blosseAnsehen zu erkennen, sondern man bedarf dazu chemischer Operationen, diesich auf seine Eigenschaften gründen. Eine andere Modification des Verfah-rens ist folgende: Die weingeistigen Auszüge werden unter Zusatz von % Was-ser der Destillation unterwofen und die Rückstände unter Zusatz gepulverterHolzkohle im Wasserbade zur Trockne gebracht. Die trockene Masse reibeman fein und übergiesse sie einem gläsernen Kolben mit ihrem dreifachenGewichte Wasser, dem 1 Proc. von dem Gewichte der Samen officinell ver-dünnte Schwefelsäure zugesetzt ist. Diese Operation wiederhole man nochzweimal, filtrire die sauren Auszüge und fälle sie mit kohlensaurem Natron imHeberschusse. Den Niederschlag wasche man auf einem Filtrum mit kaltemWasser aus. Dann verdünne man ihn wieder mit Wasser, tröpfele verdünnteSchwefelsäure bis zur Lösung hinzu, entfärbe mit Thierkohle, die mit Säureausgewaschen ist, filtrire und fälle mit Ammoniak. Den Niederschlag wascheman mit destillirtem Wasser aus und trockne ihn in sehr gelinder Wärme.Die Ausbeute von 10 Pfund von den Hüllen befreiten Samen beträgt 5 bis 6Drachmen.

Das Veratrin ist ein ziemlich weisses, leichtes amorphes Pulver, besitzteinen scharfen brennenden Geschmack, keinen Geruch und erregt, als Staub indie Nasenhöhle gebracht, ein äusserst heftiges, bis zu gefährlichen Erscheinun-gen sich steigerndes Niesen. Es schmilzt in der Wärme zu einer gelben harz-ähnlichen Flüssigkeit, die durch stärkere Hitze braun wird und deren Dämpfesich leicht entzünden lassen. Im Wasser ist es unlöslich; Weingeist von 80 Proc.nimmt bei gewöhnlicher Temperatur l / a , bei der Siedhitze die Hälfte seinesGewichtes davon auf. Die Lösung reagirt stark alkalisch. Aether nimmt nur/jo auf. Feuerbeständige Beimengungen werden durch vollständiges Verbrennenals Rückstand auf Platinblech gefunden.

Seine Formel ist noch nicht genau ermittelt.

Vinum camphoratum. Kampherweitt.

Nimm: Geriebenen Kampher,

gepulvertes arabisches Gummi, von jedem zweiDrachmen.

Mische sie aufs Genaueste und giesse allmählig hinzuweissen Franzwein ein Pfund.

Es sei eine trübe Flüssigkeit, von weisslicher Farbe.

Dieses Mittel kann ex tempere bereitet werden.