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Zincum oxydatum.
Die Bereitung dieses Oxydes setzt ein reines Zinksalz voraus, dessen Dar-stellung im folgenden Artikel beschrieben wird. Wir haben also hier nur vonder Fällung und dem Glühen des kohlensauren Zinkoxyds zu sprechen. Es giebtzwei verschiedene Arten der Fällung, nämlich bei gewöhnlicher Temperatur undin der Siedhitze, und was die Ordnung der Fällung betrifft, so hat man gewöhn-lich das Natron zum Zinkvitriol gesetzt, oder man setzt den Zinkvitriol zum Na-tron, wie die Pharmacopoe vorschreibt.
Diese letztere Methode ist von Rudolph Schindler in seinem lehrrei-chen Aufsätze über die Zinkverbindungen *) zuerst beschrieben worden- Siekam darauf wieder ganz in Vergessenheit, und wurde von keinem derjenigen,welche später über diesen Gegenstand geschrieben haben, geprüft, zum Theilauch nur erwähnt. Ohne von dieser Angabe damals Kenntniss zu haben, habeich sie aus inneren Gründen in die Phnrmacnpoea universalis aufgenommen, sowie ich sie auch bei anderen Präparaten, wie Crocus Martis aperitivus (Pharm.univ. II, 898), Calomel via humida par. (tbid. 896), Morphium und anderen ailop-tirt habe. Nachdem ich obigen Aufsatz Schindler’s gelesen habe, räume ichihm hier gern die Priorität ein.
Das eigenthümliche der an jener Stelle der Pharm . univ. genau beschriebe-nen Ausfüllung des kohlensauren Zinkoxyds besteht in der Vereinigung derbeiden Verfahrungsarten, nämlich der siedend heissen Fällung und der umge-kehrten Ordnung des Zu Setzens der Substanzen. Für beide Methoden sind dietriftigsten Gründe vorhanden. Was zunächst die heisse Fällung betrifft, sqmuss ich mich sehr wundern, dass die Herausgeber der Pharmacopoe nicht denWerth dieses Verfahrens erkannt haben, was ihnen auch nicht unbekannt seinkonnte, da es gerade an der angeführten Stelle, wo die umgekehrte Ordnungder Fällung empfohlen wurde, beschrieben, erläutert und begründet ist. Siewürden dem vorliegenden Artikel keinen Schaden zugefügt haben, wenn sieihn wörtlich nach jener Stelle wiedergegeben hätten. In der jetzigen Formist das Verfahren höchst unpraktisch und giebt sehr schwierig ein genügendesPräparat.
Bei der Fällung in der Kälte entsteht ein äusserst lockeres, gequollenesMagma, welches, wie nasser Thon, dem Durchdrungen des Wassers das grössteHinderniss entgegenstellt. Es ist sehr aufgequollen, nimmt auf dem Filter mehrals das vierfache Volum von dem in der Siedhitze bei gleichen Mengen ent-standenen Niederschlag ein, lässt sich fast gar nicht auswaschen, und trocknetsehr langsam; bei einigermassen bedeutenden Mengen hat man 3 bis 4 grosseFilter voll. In diesem Brei bleiben unausgezogene Salzreste stecken, wenn manauch noch so lange aussüsst. Die Pharmacopoe giebt hiergegen keine Hülfe andie Hand, und die Anwendung eines Spitzbeutels schützt weniger gegen solcheSalzreste, als die eines gemeinen Trichters, weil das aufgegossene Wasser beidem Spitzbeutel seitlich über die äussere Wand sehr leicht herabrinnen kann, alsogar nicht lange auf dem Niederschlage liegen bleibt, noch weniger Zeit hat,tief in denselben einzudringen. Bei solchen schlammigen Niederschlagen ist eseine praktische Regel, sie nicht eher auf den Spitzbeutel zu nehmen, als bis sievollkommen durch Umrühren und Deoantiren ausgesüsst sind. Werden solcheunvollständig ausgesüsste Niederschlage getrocknet und geglüht, so wird statt,eines lockeren zarten Pulvers eine stünglich abgesonderte körnige Substanz er-halten , die in diesem Zustande unbrauchbar ist. Man verfehlt also gerade denZweck, wegen dessen man die kalte Fällung vorgenommen hat, indem derSchluss, dass man aus einem lockeren Niederschlage auch ein lockeres Pulver
') Magazin für Pharmacie, 36, 8 t.