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werden. Diese gut traversirte, in ihrer Verlängerung durch Werk 44 ge-schützte Parallele hätte zur Aufnahme von Wallbüchsen-Schi'itzen, dann dervordersten Abteilungen der Ausfalls-Colonnen gedient und die Angreiferstets in Unsicherheit erhalten. Ein flüchtiges Couronnement von Lünette 53wäre dann unmöglich geworden.
Über die Gegenparallele hinaus hätten noch Schützenlöcher ausgegra-ben werden können.
18. Das Aufgeben der Minenanlagen vor Nr. 53 war ein entschiedenerFehler. Konnte man einen ordentlichen Minenkrieg nicht führen, so musstendieselben doch als Flatterminen benützt und mit einer Zündleitung zum Spren-gen von rückwärts aus eingerichtet werden.
19. Nachdem die Bresche in Nr. 53 geschossen war, musste man die-selbe mit Fussangeln und Eggen besäen, hinter dieselben aber eine Verbauung,respeclive ein Versteck für Leute, welche die Bresche mit Handgranaten be-werfen konnten, erbauen.
Man musste gleichzeitig Anstalten treffen, um die Hohltraversen undPulvermagazine, mit dem Verlassen des Werkes, in die Luft zu sprengen undso dem Feinde die Deckung zu nehmen. Halte man sich entschlossen, das Werkaufzugeben, so musste man nach dem Rückzug aus demselben die Caponnierenmit Baumästen ausfüllen, mit Altrappe-Minen (Torpedos) versehen, oder dieBrustwehren demoliren.
Jedenfalls aber musste man in der Verlängerung derselben auf derContregarde ein Geschütz hinter einer tiefen Scharte aufstellen, um sie zuenftliren.
Ebenso hätte man beim Werk Nr. 52 und bei der Bresche im Haupl-walle vorgehen sollen; bei ersterem musste man die Kehlpalissadirung, welcheübrigens überflüssig war, auf alle Fälle demoliren. Da die Bresche inder Hauptumfassung ungleich wichtiger war, mussten die Anstalten zu derenVertheidigung sich massiren. Weil die directe Vertheidigung dieser Brescheam Besten vom Cavalier aus geschah, so konnte ausser der Bresche auch dieBrustwehrkrone und der Wallgang der Bastion sammt dem Anlauf und dieEscarpe des Cavaliers mit Hindernissen besäet werden, um ein Ausbreilendes Feindes auf dem Walle und ein Erstürmen des Cavaliers unmöglich zumachen. Spanische Reiter mit eisernen Federn, Fussangeln und die in früherenZeiten stets angewendeten betheerten Holz-Späne und Pechfaschinen, welcheman hinter die Bresche warf, um sie im entscheidenden Momente anzuzünden,wären die geeigneten Mittel hiezu gewesen. Gegen die Schulterpunkte zuaber musste man Paüssadirungen aufstellen, welche den Wallgang sperrten,und von welchen aus man diese Hindernisse und die Böschung des Cavaliersmit Chassepots undMitrailleusen flankiren konnte, während die Flanken- undCurtinen-Geschiitze die Bresche von aussen, die Handgranaten und Rollbomben')___ *
1 ) Mfiriug rechnet im „Dienst des Genie-Stabes im Felde“ per Bresche1400 Rollbomben und 10.000 Handgranaten. Bei Freiburg brachten 200 Österreicherallein mit Handgranaten den stürmenden Franzosen einen Verlust von 7000 Mann bei.