[198,199]
Schwefelsaurer Kalk.
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H. Schwefels ttlir er Kolk. — Findet sich in der Natur wasserfrei als■Anhydrit. — Gebrannter Kalk nimmt die Dämpfe der wasserfreien Schwefel-säure nicht bei gewöhnlicher, sondern erst bei einer der Glühhitze nahen Tem-peratur auf. H. Rose ( Pogg. 38, 117). Gebrannter Kalk, in gröfsern MengenVitriolöl übergossen, kommt zum vollständigen Glühen. Kästner (h'astn.-’t’cä. 16, 229). Gebrannter Kalk, mit Vitriolöl oder verdünnter Schwefelsäurebetröpfelt, zeigt im Dunkeln Licht. Heinrich. Kalter oder mäfsig erwärmterhalkspath, Kalkstein oder Kreide wird in den Dämpfen der wasserfreien Schwe-felsäure nicht zersetzt; auch nicht in den Dämpfen des Vitriolöls, nur dass sichJfier eine dünne, nicht zunehmende Schicht von schwefelsaurem Kalk erzeugt,d x Ctv. Br. jrch. 15,103). — Wird in wasserfreier Gestalt dargestelltnurch Glühen des Gypses. Gebrannter Gyps. — X-System des Anhydrits^ *1* 2gliedrig; Fig, 70 nebst m-Fläche zwischen u 1 und u. p m 1 oder u — 90°;4 ■ m = 90° 5 u 1 : u = 100° 8'5 u 1 : t = 129° 56'; u : m = 140° 4'. Spaltbar® H ch p, t und m. Hatjv. — Der geglühte Gyps erscheint als ein weifsesPulver. Spec. Gew. des Anhydrits bei 4° im Vacuum 2,96 Rover und“Omas , des künstlichen Salzes 2,9271 Karsten. — Schmilzt bei starkerRothglühliitze, und erstarrt beim Erkalten zu einer weifsen undurch-sichtigen krystallischen Masse. — Wird durch Glühen mit Kohle, oderJJit Kohlenoxydgas, Lepi.ay u. Laurent, zu Schwefelcalcium reducirt.
” 'i'd nicht zersetzt durch Schmelzen mit Kochsalz. Trommsdorff. Die Zer-Se tzung der wässrigen Lösung durch organische Stoffe (I, G36).
Thomson , Kirwan ,
Buch- CnENE— Kt.ap- Bkrzf.- Berg- Wen-
Krystallisirt.
Richter.
OLZ.
VIX.
ROTH.
lius.
MANN.
ZEL.
CaO
28
41,18
44,33
43,4
43
42,43
42
41
40,2
S 03
40
58,82
55,67
56,6
57
57,57
58
59
59,8
c a 0 , SO 3
68
100,00
100,00
100,0
100
100,00
100
100
100,0
Yerbindungen mit Wasser:
k. Halb-getcässerter schwefelsaurer Kalk. — Setzte sich inDinem Dampfkessel, der unter einem Druck von 2 Atmosphären arbei-te, aus dem Wasser als eine graue körnige Masse ab, von 2,757 spec."cw., unter dem Mikroskop kleine durchsichtige Säulen zeigend, durchWohlige Materie gefärbt. Johnston (pui. May. j. 13, 325; auch j. pr. Chem.lß , 100 ).
Berechnung. Johnston.
2 (CaO,SO 3 ) 136
HO 9
Kohlige Materie
93,79 93,272
6,21 6,435
0,293
2(Ca0,S0 3 )+Aq 145 100,00 100,000
1*99] ß. Zweifach - gewässerter schwefelsaurer Kalk. — Findet5f c h als Gyps, Marienglas, Fraueneis, Alabaster, Lapis specularis u. s. w. —
Schwach gebrannter Gyps bildet mit Wasser anfangs einen Teig, deräber bald unter Wärmeentwicklung erhärtet, indem das Wasser in denfesten Zustand des Krysiallwassers übergeht; der zu stark gebrannteJyps und der natürliche Anhydrit verbinden sich höchst langsam mitem Wasser. Je härter der Gyps vor dem Brennen war, desto fester erhärtetnach dem Brennen mit Wasser. Gay-Lijssac (Ann. Chim. Pbys. 40 , 436).künstlicher Gyps erhärtet nach dem Brennen nicht so gut mit Wasser, wie natür-ucher, aufser wenn man ersteren im feuchten Zustande stark zusammenpresst,ocknet und glüht. Payen. X-System des Gypses 2 u. lgliedrig, Weiss;fffSL 114 und viele andere Gestalten; a : a = 36° 7'; a : m = 108° 3’/ 3 '; u : u 169° 231/2 ; u : m = 124° 41 2 / 3 '; Kante zwischen a und a ; t — 113° 8'. Sehr