Buch 
2 (1853) Leichte Metalle und spröde unedle schwere Metalle / von Leopold Gmelin
Entstehung
Seite
236
JPEG-Download
 

236

Cerium.

[254]

von Ceroxyd und Lanthanerde bei gelinder Wärme einige Stunden langmit einem Gemisch von 1 Th. Salpetersäure und 50 bis 100 Th. Wasser.Die Lanthanerde löst sich mit sehr wenig Ceroxyd, und lässt Ceroxydmit sehr wenig Lanthanerde und dem Didymoxyd ungelöst. Mosandeb-Die Scheidung ist desshalb unvollständig, weil das gefällte Oxydgemenge häufigetwas basisches Salz oder ein Alkalisalz enthält; desshalb löse man das durch Sal-petersäure vom meisten Lanthan befreite Ceroxyd in Salzsäure, neutralisiredieLösung möglichst genau mit Ammoniak, füge essigsaures Ammoniak hinzu, fäll edurch kleesaures Ammoniak, sammle das kleesaure Ceroxydul auf einem dop-pelten Filter (weil es durch ein einfaches mit hindurchläuft), glühe es nach demAuswaschen und Trocknen, und behandle es nochmals mit verdünnter Salpeter-säure, um den Rest der Lanthanerde zu entziehen. Th. Scheerer ( Poffff . 56, 498).

|~Watts fand nicht die geringste Schwierigkeit beim Filtriren und Aus-waschen des kleesauren Ceroxyduls, mochte es rein oder mit Lanthan und Didymgemischt sein. Der Niederschlag ist anfangs gallertartig, wird aber nach wenige 0Minuten schwer und krystallisch und kann dann sehr leicht auf dem Filter oderdurch Decanthiren ausgewaschen werden.

Die Trennung des Ceriums von Didym und Lanthan beruht auf dem ent-stände, dass das Cerium 2 Oxyde bildet, Ceroxydul und Ceriumoxyd, von denendas letztere in verdünnten Säuren fast unlöslich ist während die Oxyde vonLanthan und Didym von verdünnten Säuren leicht gelöst werden, und dass fernerLanthanoxyd sich leichter als Didymoxyd löst, besonders wenn die Säure sehrverdünnt ist und kalt erhalten wird. Wenn daher die gemengten Oxyde kurzeZeit mit kalter verdünnter Salpetersäure behandelt werden, so löst sich dergröfste Theil des Lanthans mit geringen Mengen von Cerium und Didym. Wennaber die Einwirkung lange fortgesetzt wird, besonders wenn man gelinde erwärmtund die Flüssigkeit von Zeit zu Zeit abgiefst und durch neue Säure ersetzt, s °wird fast alles Didym mit dem Lanthan ausgezogen und fast reines, nur nd*geringer Menge der anderen beiden Oxyde verunreinigtes Ceriumoxyd bleib*zurück. Um das Ceriumoxyd ganz rein zu erhalten digerirt Marignac (An*Pharm. 68,213) den Rückstand mit mäfsig starker Salpetersäure, welche dieletzten Spuren von Lanthan und Didym zugleich mit etwas Ceriumoxyd auflöst-

Bei dieser Methode der Trennung des Ceriums von den beiden andern Metallenfindet der Uebelstand statt, dass das Ceriumoxyd durch die Digestion mit der saure 0Flüssigkeit in einen so feinvertheilten Zustand kommt, dass es tagelang in d eFlüssigkeit suspendirt bleibt, ohne sich abzusetzen, und beim Filtriren und Aus-waschen mit reinem Wasser zuerst durch das Filtrum geht und dieses bald gäuzU® 11verstopft. Diesem Uebelstande kann man einigermafsen dadurch begegnen, dassman die Flüssigkeit erwärmt und das Waschwasser mit Salmiak oder salpeter-saurem Ammoniak versetzt; das Ammoniaksalz wird nachher durch Gliih e °verjagt. Wenn jede Spur von Lanthan und Didym auf diese Weise entfernt isund das rückständige Ceriumoxyd geglüht wurde, um die Salpetersäure und daAmmoniaksalz zu verjagen, so bleibt Ceriumoxyd-Oxydul von blassgelber Farn®zurück. Wird dieses Oxyd mit einem Gemenge von starker Schwefel- un®Salzsäure (es ist unlöslich in Salzsäure allein) gekocht, bis die FlüssigE e *farblos ist und kein Chlor mehr entwickelt, so erhält man eine Lösung v0schwefelsaurem Ceroxydul, aus dieser wird durch einen Ueberschuss v®* 1kaustischem Kali reines Ceroxydul gefällt. Watts.

Nach einer andern Trennungsmethode verwandelt man die 3 Metall ein Chlorverbindungen (z. B. durch Behandlung des rohen rothbraunen Oxyd®?mit heifser starker Salzsäure, worin es sich leicht mit Chlorentwicklung auflö® t

fällt mit einem grofsen Ueberschuss von Kalilauge und leitet durch dmFlüssigkeit mit dem darin suspendirten Niederschlag einen Stroi»Chlorgas. Das Didym- und Lanthanoxyd löst sich in dem dabeentstandenen Gemenge von Chlorkaliura, unterchlorigsaurem Kali un _freier unterchloriger Säure, während das Ceroxydul in Ceroxyd ver-wandelt wird und ungelöst bleibt. Der Niederschlag nimmt zuerst eine viole* 4 'blaue Farbe an, wird dann gelb und zuletzt tief pommeranzengelb; alsdann